Flixbus-Gründer setzen auf Kernfusion
Proxima: Neue Investoren und ein alternativer Ansatz für saubere Energie

Das Münchener Start-up Proxima hat in seiner Mission, die Kernfusion als bahnbrechende Energiequelle voranzutreiben, neue Unterstützung erhalten. Neben den bereits vorhandenen Investoren wie den Wagniskapitalfonds Visionaries Tomorrow und Hummingbird Collective haben sich nun auch die renommierte Bosch-Familie sowie die Gründer von Flixbus entschieden, in das vielversprechende Projekt zu investieren.
Proxima-Mitgründer Francesco Sciortino betonte, dass ihr Bedarf nicht mehr nur finanzieller Natur sei, sondern vor allem Expertise erfordere. Daher haben sie sich bewusst für namhafte Partner entschieden, die bereits erfolgreich Start-ups begleitet haben und die notwendige Erfahrung mitbringen, um Proxima auf dem Weg zum Erfolg zu unterstützen.
Jochen Engert, Mitgründer von Flixbus, äußerte großes Vertrauen in die Zukunft von Proxima und betonte den positiven Einfluss, den deren Technologien auf unseren Planeten haben könnten. Bereits im Mai konnte das Start-up etwa sieben Millionen Euro einsammeln, und mit der aktuellen Investition von einer halben Million Euro stehen Proxima nun zusätzliche Mittel zur Verfügung.
Die Wissenschaftler hinter Proxima haben sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, die Kernfusion bis 2031 in Deutschland zur Realität werden zu lassen und ein erstes Demonstrationskraftwerk zu entwickeln. Dabei verfolgen sie einen anderen Ansatz als ihre deutschen Konkurrenten Marvel Fusion und Focused Energy.
Die Kernfusion ist seit vielen Jahrzehnten ein Traum in der Energiewelt. Ihr Prinzip beruht auf der Nachahmung des Prozesses in der Sonne, bei dem Wasserstoffkerne zu Heliumkernen verschmelzen und dabei enorme Mengen an Energie freisetzen. Zahlreiche Unternehmen und Universitäten weltweit forschen an der Nutzung der Kernfusion als saubere Energiequelle. Bisher übersteigt jedoch der Energieverbrauch des Prozesses seine Erzeugung.
Die meisten Forscher setzen auf die Trägheitsfusion, die Hochleistungslaser einsetzt, um die Fusion zu erreichen. Marvel Fusion und Focused Energy folgen diesem Ansatz. Im Gegensatz dazu hat sich das Team von Proxima für die bewährtere Magnetbasis entschieden, auf der bereits das Forschungskraftwerk Jet in Großbritannien und das im Bau befindliche Iter in Südfrankreich basieren.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseMithilfe riesiger Magneten erzeugt Proxima in extrem heißen Plasmawolken eine nukleare Fusion, wobei sie sich am Prinzip des Stellarators orientieren, ähnlich wie der Versuchsreaktor Wendelstein 7-X in Greifswald. Ein erfolgreicher Durchbruch in der Kernfusion könnte einen Meilenstein für den Klimaschutz bedeuten, da diese Technologie dauerhaft verfügbare, saubere Energie bei minimalem radioaktivem Müll verspricht und das Risiko einer Kernschmelze eliminiert.
Proxima-Mitgründer Sciortino zeigt sich zuversichtlich und betont, dass sie ihre eigenen Zeitpläne einhalten. Erste Ziele für den kommenden November wurden bereits erreicht, und im nächsten Jahr planen sie, die Umsetzbarkeit eines Kernfusionskraftwerks mit ihrem Ansatz zu demonstrieren. Anders als Marvel Fusion plant Proxima, seine Forschungsergebnisse zu veröffentlichen und somit einen Beitrag zur weltweiten Entwicklung der Kernfusionstechnologie zu leisten.


