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Ford und Ram setzen auf Hybrid-Pickups statt reine Elektromodelle

Reichweitenprobleme führen zu strategischem Kurswechsel bei amerikanischen Truck-Herstellern

Ford und Ram setzen auf Hybrid-Pickups statt reine Elektromodelle

Ford Motor hat die Produktion seines meistverkauften Elektro-Pickups F-150 Lightning eingestellt, obwohl das Modell 2024 Marktführer im Segment war. Die Entscheidung markiert einen grundlegenden Strategiewechsel der amerikanischen Autohersteller bei Elektrofahrzeugen.

Ford, Ram von Stellantis und der Newcomer Scout Motors setzen künftig auf Extended-Range Electric Vehicles (EREVs). Diese sogenannten seriellen Hybride sollen ab 2027 auf den Markt kommen. Bei EREVs treiben ausschließlich Elektromotoren die Räder an, während ein Benzinmotor lediglich die Batterie nachlädt.

Die neuen Modelle von Ram und Scout sollen rund 150 Meilen rein elektrisch fahren können, bevor der Benzingenerator aktiviert wird. Dies entspricht etwa 240 Kilometern Reichweite im Batteriebetrieb. Danach ermöglicht der Verbrennungsmotor eine Gesamtreichweite von über 700 Meilen.

Reichweitenprobleme bei Elektro-Trucks

Die Herausforderungen reiner Elektro-Pickups zeigen sich deutlich am Beispiel Ford. Während die gesamte F-150-Reihe fast eine Million Mal jährlich in den USA verkauft wird, brachte es der Lightning nur auf etwa 90.000 Einheiten – lediglich drei Prozent des Gesamtvolumens.

Besonders problematisch: Studien belegen, dass Zuladung die Batteriereichweite um ein Viertel reduziert. Beim Ziehen von Anhängern halbiert sich die Reichweite sogar. "Truck-Besitzer sind einzigartig, sie arbeiten hart und spielen hart", erklärt Ryan Decker, Vice President bei Scout Motors.

China als Vorreiter

Der globale EREV-Markt wächst rasant, vor allem in China. Laut Internationaler Energieagentur stieg die Zahl der EREV-Modelle weltweit innerhalb eines Jahres um 40 Prozent. Das Wachstum konzentriert sich fast ausschließlich auf den chinesischen Markt.

Eine McKinsey-Umfrage von Anfang 2025 zeigt unterschiedliches Interesse in westlichen Märkten. In den USA würden 18 Prozent der Autokäufer ein EREV bevorzugen – mehr als in Deutschland oder Großbritannien mit 13 bis 18 Prozent. Die Nachfrage geht dabei hauptsächlich zu Lasten von Verbrennern und klassischen Hybriden.

Starke Nachfrage bei Scout Motors

Die Strategie scheint aufzugehen: Scout Motors bietet sowohl reine Elektro- als auch EREV-Versionen seiner kommenden Pickups und SUVs an. Über 80 Prozent der Kundenreservierungen entfallen auf die EREV-Variante namens Harvester.

Paul Hackert von McKinsey sieht darin eine Chance für Interessenten, "den Besitz eines Elektrofahrzeugs auszuprobieren, ohne sich vollständig festlegen zu müssen". EREVs vereinen die Vorteile elektrischen Fahrens im Alltag mit der Flexibilität eines Verbrenners für Langstrecken.

Ram hatte ursprünglich einen vollelektrischen Pickup in voller Größe geplant, verwarf diese Pläne jedoch aufgrund der Reichweitenprobleme. Die EREV-Technologie soll zudem niedrigere Anschaffungskosten pro Meile Reichweite ermöglichen als reine Elektrofahrzeuge.

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