Foxconn verfehlt Gewinnschätzungen trotz Rekordumsatz im Q4
Schwache Margen im Elektronikgeschäft belasten den weltgrößten Auftragsfertiger – trotz KI-Boom und iPhone-Nachfrage.

Foxconn, offiziell Hon Hai Precision Industry, hat im vierten Quartal 2024 einen Gewinnrückgang von 2,4 Prozent verbucht. Der Nettogewinn sank von Oktober bis Dezember auf umgerechnet rund 1,41 Milliarden US-Dollar (T$45,21 Milliarden). Damit blieb das Unternehmen deutlich hinter den Bloomberg-Schätzungen von T$59,86 Milliarden zurück.
Das enttäuschende Ergebnis ist bemerkenswert, weil Foxconn gleichzeitig einen Rekordumsatz von T$2,603 Billionen erzielte. Der Widerspruch zwischen starkem Umsatz und schwachem Gewinn erklärt sich durch die anhaltend dünnen Margen im Bereich Unterhaltungselektronik. Dieses Segment steht seit Monaten unter zunehmendem Druck.
Doppeltes Standbein: iPhones und KI-Server
Foxconn ist nicht nur der wichtigste Montagepartner für Apples iPhone-Reihe, sondern auch ein zentraler Serverhersteller für den Chip-Giganten Nvidia. Beide Geschäftsbereiche verzeichneten im Quartal eine steigende Nachfrage – getrieben durch den KI-Boom und die gute Marktaufnahme der iPhone-17-Serie. Dennoch reichte das nicht aus, um die Margenschwäche zu kompensieren.
Das Problem liegt in der Struktur des Geschäftsmodells: Auch im wachstumsstarken Serverbereich arbeitet Foxconn mit vergleichsweise geringen Margen. Als Auftragsfertiger verdient das Unternehmen an der Menge, nicht an der Marge – ein strukturelles Merkmal, das Investoren regelmäßig beschäftigt.
Speicherchip-Mangel als zusätzliche Belastung
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Zur AktienanalyseFür das laufende Jahr zeichnet sich eine weitere Herausforderung ab. Ein drohender Mangel an Speicherchips – ausgelöst durch die enorme KI-Nachfrage nach Speicherkapazitäten – dürfte das Elektronikgeschäft zusätzlich belasten. Analysten erwarten, dass die anhaltend starke Nachfrage nach KI-Servern diesen Gegenwind zumindest teilweise abfedern kann.
Für deutsche Anleger ist Foxconn vor allem als Barometer für die globale Technologienachfrage relevant. Das Unternehmen steht an der Schnittstelle zwischen den weltgrößten Tech-Konzernen und der Fertigungsindustrie – und spiegelt damit Trends bei Apple, Nvidia und der gesamten KI-Infrastruktur wider.


