GM-Chefin warnt vor Kanadas Öffnung für chinesische Billig-Elektroautos
Mary Barra kritisiert Handelsabkommen scharf und sieht nordamerikanische Autoindustrie in Gefahr

General Motors-Chefin Mary Barra hat Kanadas jüngste Vereinbarung mit China scharf kritisiert, die den Import von Zehntausenden preisgünstigen chinesischen Elektrofahrzeugen ermöglicht. Die CEO warnte am Dienstag während einer Mitarbeiterversammlung vor einem "rutschigen Abhang" für die nordamerikanische Automobilindustrie.
Die Anfang Januar bekannt gegebene Vereinbarung stehe im direkten Widerspruch zum Aufbau einer starken nordamerikanischen Industriebasis, erklärte Barra. Zudem gefährde das Abkommen Arbeitsplätze und die nationale Sicherheit auf dem Kontinent. "Ich kann nicht erklären, warum diese Entscheidung in Kanada getroffen wurde", sagte die GM-Vorstandsvorsitzende.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen die ungleichen Wettbewerbsbedingungen im Handel mit China. Chinesische Autohersteller profitieren im eigenen Markt von hohen Schutzzöllen gegen Importeure sowie von Technologiebeschränkungen, die ausländische Konkurrenten vom chinesischen Markt fernhalten.
Ungleiche Wettbewerbsbedingungen
Während westliche Hersteller in China mit erheblichen Marktzugangsbeschränkungen konfrontiert sind, öffnet Kanada nun seinen Markt für chinesische Elektrofahrzeuge. Diese Asymmetrie sieht Barra als fundamentales Problem für die Wettbewerbsfähigkeit der nordamerikanischen Automobilindustrie.
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Zur AktienanalyseDie GM-Aktie notierte nach den Äußerungen der CEO mit einem Minus von 1,71 Prozent. Der US-Autobauer investiert derzeit Milliarden in den Ausbau seiner Elektrofahrzeug-Produktion in Nordamerika und sieht sich nun einer verstärkten Konkurrenz durch subventionierte chinesische Anbieter ausgesetzt.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, da ähnliche Diskussionen auch in Europa geführt werden. Die EU hatte bereits Strafzölle auf chinesische E-Autos verhängt, um die heimische Industrie zu schützen.


