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Goldman Sachs: KOSPI dürfte US-Aktienmarkt weiter übertreffen

Analysten von Goldman Sachs sehen den koreanischen KOSPI auf Kurs, US-Indizes deutlich hinter sich zu lassen – gestützt durch starke Kapitalzuflüsse.

Goldman Sachs: KOSPI dürfte US-Aktienmarkt weiter übertreffen

Goldman Sachs erwartet, dass der koreanische Aktienindex KOSPI seine Outperformance gegenüber US-Aktienindizes fortsetzen wird. Hintergrund ist eine Kombination aus politisch gesteuerter Kapitalrückführung, starken Privatanlegerzuflüssen und einem durch KI-Nachfrage angetriebenen Halbleiter-Superzyklus. Die Analysten sehen mehrere strukturelle Faktoren, die den KOSPI gegenüber dem S&P 500 begünstigen.

Besonders auffällig ist die bisherige Kursentwicklung: Nach einem Anstieg von +76 % im Jahr 2025 legte der KOSPI seit Jahresbeginn 2026 um weitere +50 % zu. Damit übertrifft er den S&P 500 (SPX) deutlich, der im gleichen Zeitraum lediglich um 4,47 % zulegte. Typische Jahresrenditen von US-Indizes liegen im Bereich von etwa 10 bis 20 % – der KOSPI lässt diese Benchmark weit hinter sich.

Reshoring-Programm lenkt Kapital zurück nach Korea

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist Koreas neu eingeführte Strategie der sogenannten „Reshoring Investment Accounts" (RIA). Diese sieht eine Senkung oder vollständige Befreiung von der Kapitalertragsteuer auf ausländische Aktien vor – mit dem Ziel, koreanisches Privatkapital aus dem Ausland zurückzuholen. Die Gesamtzahl der RIA-Konten stieg auf 160.000, mit einem Gesamtguthaben von 706 Millionen US-Dollar.

Parallel dazu schwächten sich seit Februar die Zuflüsse koreanischer Privatanleger in den US-Markt spürbar ab. Gleichzeitig übertrafen die Zuflüsse in ETFs, die den heimischen koreanischen Aktienmarkt abbilden, seit Beginn des Jahres 2026 erstmals die Zuflüsse in ETFs auf ausländische Märkte. Dennoch halten koreanische Privatanleger nach wie vor mehr als 177 Milliarden US-Dollar am US-Aktienmarkt – ein Volumen, das das Potenzial weiterer Kapitalrückführungen verdeutlicht.

Der KOSPI erreichte zuletzt ein Allzeithoch mit einem Wochenplus von 4,6 %. Angetrieben wurde dieser Anstieg durch ein besser als erwartet ausgefallenes BIP-Wachstum im ersten Quartal sowie eine zunehmende Marktbreite. Besonders stark schnitten dabei die Sektoren Schiffbau, Maschinenbau und Technologie ab, während Pharma, Versicherungen und Wertpapiere hinter dem Markt zurückblieben.

KI-Nachfrage und Halbleiter als strukturelle Wachstumstreiber

Neben den Kapitalflüssen stützt auch die fundamentale Entwicklung die Goldman-Sachs-These. Der durch die globale KI-Nachfrage getriebene Halbleiter-Superzyklus sorgt für Gewinnheraufstufungen bei koreanischen Technologieunternehmen und zieht starke ausländische Zuflüsse an. Speicherchips und der Verteidigungssektor verstärken dabei das sogenannte High-Beta-Profil des KOSPI – also seine überdurchschnittliche Sensitivität gegenüber Marktbewegungen mit entsprechend hohem Aufwärtspotenzial.

Auch JPMorgan hatte Anfang des Monats festgestellt, dass der koreanische Aktienmarkt vor den durch den Iran-Konflikt verursachten globalen Marktverwerfungen der weltweit gefragteste war. Nach Einschätzung der Analysten scheint die Erholung inzwischen abgeschlossen zu sein, und der KOSPI Composite befindet sich auf dem Weg zu einem weiteren Rekordversuch.

Abflüsse ausländischer Investoren aus den KOSPI-Sektoren Technologie und Automobil dämpften zuletzt zwar die Stimmung etwas. Goldman Sachs sieht jedoch in der Kombination aus starken inländischen Privatanlegerzuflüssen, der politisch bedingten Kapitalrückführung und der Abkehr von US-ETFs hin zu koreanischen ETFs ein tragfähiges Fundament für eine anhaltende Outperformance des KOSPI gegenüber dem US-Aktienmarkt.

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