ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Goldman Sachs streicht Diversitätskriterien für Vorstandsbesetzung

US-Investmentbank gibt DEI-Anforderungen auf und folgt damit einem wachsenden Trend an der Wall Street.

Goldman Sachs streicht Diversitätskriterien für Vorstandsbesetzung

Goldman Sachs plant, Diversitäts-, Gleichstellungs- und Inklusionskriterien (DEI) aus den Anforderungen für die eigene Vorstandsbesetzung zu streichen. Dies berichteten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die US-Investmentbank will Faktoren wie Ethnie, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung und weitere Diversitätsmerkmale nicht länger bei der Identifizierung potenzieller Board-Kandidaten berücksichtigen.

Der Schritt erfolgt nur ein Jahr nachdem Goldman Sachs seine Selbstverpflichtung aufgab, die Diversität in den Aufsichtsräten von Kunden zu fördern, die das Unternehmen an die Börse brachte. Die Entscheidung markiert einen weiteren Rückzug von DEI-Initiativen im US-Finanzsektor.

Der Governance-Ausschuss des Goldman-Boards ermittelt qualifizierte Kandidaten derzeit primär auf Basis von vier Faktoren. Einer davon umfasst eine weit gefasste Beschreibung von Diversität, etwa Standpunkte, beruflicher Hintergrund und Militärdienst, ergänzt um "andere demografische Merkmale" – eine Liste von DEI-Faktoren. Genau diese demografischen Merkmale sollen nun gestrichen werden.

Druck durch konservative Aktivistengruppe

Die Entscheidung folgt auf eine Anfrage der konservativen Non-Profit-Organisation National Legal and Policy Center (NLPC), die eine kleine Beteiligung an Goldman Sachs hält. Die Aktivistengruppe reichte im September einen entsprechenden Vorschlag bei der Bank ein und forderte, dass dieser in die Vollmachtserklärung für die Jahreshauptversammlung im Frühjahr aufgenommen wird.

Goldman Sachs informierte das NLPC über die Absicht, die DEI-Kriterien zu streichen. Beide Parteien unterzeichneten eine Vereinbarung, die auch vorsieht, dass die Aktivistengruppe ihren Vorschlag zurückzieht. Das Board von Goldman Sachs soll die neue Formulierung noch in diesem Monat genehmigen.

Wandel in der US-Finanzbranche

Der Kurswechsel bei Goldman Sachs reiht sich ein in eine wachsende Bewegung unter US-Unternehmen, DEI-Programme zurückzufahren oder ganz aufzugeben. Besonders im Finanzsektor geraten solche Initiativen zunehmend unter Druck konservativer Investoren und politischer Kreise.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung relevant, da Goldman Sachs als eine der führenden Investmentbanken weltweit gilt und Corporate-Governance-Trends häufig von den USA nach Europa überschwappen. Die künftige Zusammensetzung des Goldman-Vorstands wird zeigen, welche praktischen Auswirkungen die Streichung der DEI-Kriterien haben wird.

Goldman SachsDEIDiversitätVorstandCorporate Governance

Disclaimer