Grönland-Einigung entlastet Märkte: US-Aktien steigen kräftig
US-Präsident Trump verkündet Durchbruch bei Grönland-Verhandlungen. Geplante Zölle gegen Europa werden ausgesetzt. Wall Street reagiert mit deutlichen Kursgewinnen.

Die US-Börsen verzeichneten am Mittwoch kräftige Zugewinne, nachdem Präsident Donald Trump eine Rahmenvereinbarung zu Grönland bekannt gab und gleichzeitig geplante Zölle gegen mehrere europäische Länder aussetzte. Die für den 1. Februar angekündigten Handelsbarrieren wurden vorerst auf Eis gelegt.
Breite Markterholung an der Wall Street
Alle elf Sektoren des S&P 500 legten zu, angeführt vom Energiesektor mit einem Plus von 2,4 Prozent. Auch Einzelwerte zeigten sich stark: Moderna sprang um 16 Prozent nach oben, Intel gewann 12 Prozent. Die positive Stimmung erfasste auch internationale Märkte – Brasiliens Börse kletterte um 3 Prozent, südkoreanische und chinesische Indizes stiegen ebenfalls.
Der Dollar-Index erholte sich und gewann gegenüber dem Schweizer Franken an Boden. Schwellenländerwährungen wie der chilenische Peso, brasilianische Real und südkoreanische Won legten jeweils rund 1 Prozent zu. Auch Bitcoin konnte um 1 Prozent zulegen.
Anleiherenditen fallen deutlich
Die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen gaben am langen Ende um bis zu 5 Basispunkte nach. Eine erfolgreiche Auktion von 20-jährigen Anleihen unterstützte die Entwicklung. Besonders stark erholten sich japanische Staatsanleihen nach den Verkäufen des Vortages – die Renditen fielen um bis zu 17 Basispunkte.
Bei Edelmetallen zeigte sich ein gemischtes Bild: Gold näherte sich der Marke von 5.000 US-Dollar je Unze, gab Gewinne jedoch wieder ab. Silber verlor 3 Prozent. Der Ölpreis stieg um 0,5 Prozent.
Details zur Grönland-Vereinbarung
In einem CNBC-Interview erläuterte Trump, dass es sich um ein "Konzept" für eine Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa bezüglich der Arktis und Grönlands handle. Konkret nannte er die gemeinsame Entwicklung eines "Golden Dome"-Raketenabwehrsystems sowie den Zugang zu mineralischen Ressourcen in Grönland. Die Details der Vereinbarung seien noch komplex und würden später präzisiert.
Zuvor hatte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos seine Pläne zur Übernahme Grönlands thematisiert, dabei aber versichert, keine Gewalt gegen den NATO-Verbündeten Dänemark anzuwenden. Die Zollankündigung war eine Reaktion auf die europäische Ablehnung seiner Übernahmepläne gewesen.
Europäische Märkte reagieren positiv
Die europäischen Börsen zeigten sich erwartungsvoll: Laut IG-Daten sollte der deutsche DAX um 1,3 Prozent höher eröffnen, der französische CAC 40 um 1,2 Prozent und der italienische FTSE MIB um 1,5 Prozent zulegen. Der britische FTSE wurde mit einem Plus von 0,8 Prozent erwartet.
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Zur AktienanalyseDie Entwicklung half, die Turbulenzen vom Vortag zu beruhigen, als der Dow Jones nach Trumps Handelsdrohungen fast 900 Punkte verloren hatte. Trotz der Entspannung bleibt das transatlantische Verhältnis angespannt – Vorfälle in Davos wie der vorzeitige Abgang von EZB-Präsidentin Christine Lagarde während einer Rede des US-Handelsministers unterstreichen dies.
Fed-Debatte und Ausblick
Parallel scheint die Wahrscheinlichkeit zu sinken, dass Trump Fed-Gouverneurin Lisa Cook entlässt. US-Oberste Richter äußerten Skepsis bezüglich einer Entlassung, solange ihre Klage anhängig ist. Dies ist Teil der Debatte um die Unabhängigkeit der Zentralbank.
Für den kommenden Tag stehen keine großen Unternehmenszahlen oder Wirtschaftsdaten an. In den USA werden 21 Milliarden US-Dollar an inflationsgeschützten Anleihen versteigert und die endgültigen BIP-Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht.


