Großübernahme im Ölsektor: Exxon sichert sich Pioneer
Ein Milliardendeal im Zentrum des US-Schieferölbooms und wachsender Umweltbedenken

In einer beispiellosen Übernahme hat der US-Ölkonzern Exxon Mobil seinen Rivalen Pioneer Natural Resources für satte 59,5 Milliarden Dollar erworben. Dies markiert den größten Deal dieses Jahres und den zweitgrößten in der Geschichte von Exxon, übertroffen nur von der 81 Milliarden Dollar teuren Übernahme von Mobil in den späten 90er Jahren. Aktionäre von Pioneer werden für ihre Anteile 253 Dollar pro Aktie erhalten, ein Aufschlag gegenüber dem aktuellen Kurs von 237 Dollar.
Diese Übernahme spielt sich vor dem Hintergrund eines stark umkämpften nordamerikanischen Ölsektors ab, insbesondere im Permischen Becken. Dieses Ölfeld, das sich über Texas und New Mexico erstreckt, ist nicht nur das größte in den USA, sondern auch das zweitgrößte weltweit. Das Permian-Becken ist das Epizentrum der Schieferölproduktion, einer Ressource, die die USA zum weltweit führenden Ölproduzenten gemacht hat, noch vor Saudi-Arabien.
Die Gewinnung von Schieferöl, insbesondere durch die Methode des Hydraulic Fracturing (Fracking), hat in den USA einen Boom erlebt. Die niedrigen Produktionskosten, durchschnittlich etwa 10,50 Dollar pro Barrel, machen diese Region besonders attraktiv. Trotz dieser Kosteneffizienz sind viele Fracking-Unternehmen hoch verschuldet, was großen Ölkonzernen wie Exxon die Möglichkeit bietet, diese kleineren Unternehmen aufzukaufen.
Es ist bemerkenswert, dass trotz steigender Ölpreise, die aktuell bei 85 Dollar pro Barrel für die US-Ölsorte WTI liegen, die Fördermengen nicht steigen. Die Internationale Energieagentur warnt sogar vor einem möglichen Angebotsdefizit. Dies wird durch den zögerlichen Ausbau von Bohrkapazitäten und eine generelle Zurückhaltung bei Investitionen in neue Ölfelder verursacht. Die Ölunternehmen sind vorsichtig geworden, da sie in den vergangenen Jahren erhebliche Verluste hinnehmen mussten, insbesondere während der Ölkrise 2014 und der Pandemie 2020.
Durch die Übernahme von Pioneer könnte Exxon seine Ölförderung im Permian-Becken erheblich steigern. Dies wäre eine Produktion, die jener einiger OPEC-Länder übertrifft. Darren Woods, CEO von Exxon Mobil, betonte die strategische Bedeutung dieser Übernahme und verspricht eine langfristige Wertsteigerung.
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Zur AktienanalyseDennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Ausrichtung von Exxon. Das Unternehmen konzentriert sich weiterhin stark auf fossile Energien, während erneuerbare Energien eine untergeordnete Rolle spielen. In Kalifornien steht Exxon derzeit vor Gericht, da dem Unternehmen vorgeworfen wird, Fehlinformationen über die Risiken fossiler Brennstoffe verbreitet zu haben.
Trotz dieser Kontroversen hat sich der Aktienkurs von Exxon in den letzten drei Jahren mehr als verdoppelt. Der aktuelle Kurs liegt bei beeindruckenden 101,44 Dollar.


