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Hamza Lemssouguer: Vom Citadel-Angebot zu 20 Milliarden Dollar

Der 35-jährige Marokkaner lehnte Ken Griffin ab und gründete Arini Capital – heute der am schnellsten wachsende neue Hedgefonds weltweit.

Hamza Lemssouguer: Vom Citadel-Angebot zu 20 Milliarden Dollar

Hamza Lemssouguer hätte für einen der mächtigsten Hedgefonds der Welt arbeiten können. Im Jahr 2020 bot ihm Citadel-Gründer Ken Griffin an, mehrere Milliarden US-Dollar zu verwalten. Lemssouguer lehnte ab – und setzte stattdessen auf sich selbst. Diese Entscheidung hat sich als eine der klügsten der jüngeren Hedgefonds-Geschichte erwiesen.

Heute verwaltet der 35-Jährige stolze 20 Milliarden US-Dollar in seiner eigenen Gesellschaft, Arini Capital. Gegründet im Jahr 2022 mit einem Startkapital von 1,3 Milliarden US-Dollar, gilt Arini laut dem renommierten Datenanbieter Hedge Fund Research als der am schnellsten wachsende neue Hedgefonds-Manager weltweit. Ein Wachstum dieser Geschwindigkeit ist in der Branche äußerst selten und unterstreicht das außergewöhnliche Talent des jungen Fondsmanagers.

Gewagte Wetten auf fallende Kurse

Lemssouguer hat sich einen Namen mit sogenannten Short-Trades gemacht – also Wetten darauf, dass die Kurse von Unternehmensanleihen und Krediten fallen. Diese Strategie erfordert präzises Timing und ein tiefes Verständnis der Kreditmärkte. Besonders bekannt wurde er durch vorausschauende Geschäfte vor der Covid-19-Pandemie sowie durch treffsichere Positionierungen beim jüngsten Ausverkauf in der Softwarebranche. Solche Erfolge machen ihn nicht nur bei Investoren beliebt, sondern auch zum Zielobjekt von Konkurrenten, die ein Ende seiner Erfolgsserie herbeisehnen.

Arini Capital konzentriert sich auf hochverschuldete Unternehmen – ein Marktsegment, das als High-Yield oder Junk-Bond-Bereich bekannt ist. Das Unternehmen verfolgt dabei einen flexiblen Ansatz: Einigen Firmen werden direkt Kredite gewährt, während bei anderen Anleihen gekauft oder leerverkauft werden. Dabei weitet Arini seine Positionen oft massiv aus – ein Zeichen für hohes Überzeugungsniveau, aber auch für erhebliche Risikobereitschaft.

Ein Außenseiter in der Londoner Finanzwelt

Lemssouguer sticht in der exklusiven Londoner Finanzszene deutlich heraus. Der in Marokko geborene Manager trinkt keinen Alkohol und fährt kein Auto – beides ungewöhnlich in einem Umfeld, das für seine Statussymbole bekannt ist. Sein bevorzugtes Hobby ist die Zucht von Papageien: Auf dem 400 Jahre alten Tudor-Anwesen außerhalb von Londons Stadtgrenzen, wo er mit seiner Frau und seinem Kind lebt, hält er 160 seltene Exemplare.

Sein Englisch spricht er mit einem amerikanischen Akzent, den er sich nach eigenen Angaben durch das exzessive Schauen von Serien wie „Entourage" und „Der Prinz von Bel-Air" angeeignet hat. Im Interview auf seinem historischen Anwesen erklärte er seine Philosophie so: „Jung zu sein und gleichzeitig ein Außenseiter und unkonventionell zu sein, erlaubt es mir, dem Markt gegenüber nicht arrogant aufzutreten."

Internationales Team mit besonderer Dynamik

Arini Capital wird von einem eng verbundenen Team aus Analysten und Händlern geleitet, das aus Ländern wie Afghanistan, der Türkei und der Ukraine stammt. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt Lemssouguer selbst wider und dürfte zum unkonventionellen Ansatz des Unternehmens beitragen. In einer Branche, die oft von Ivy-League-Absolventen und westlichen Netzwerken dominiert wird, setzt Arini auf internationale Perspektiven und frisches Denken.

Der Aufstieg von Arini Capital zeigt, wie ein einzelner, mutiger Entschluss – das Ablehnen eines vermeintlich sicheren Jobs bei einem Branchenriesen – zur Grundlage eines milliardenschweren Imperiums werden kann. Für deutsche Privatanleger und Marktbeobachter ist die Geschichte Lemssouguer ein faszinierendes Beispiel dafür, wie unkonventionelle Strategien und Unabhängigkeit im Hedgefonds-Bereich nachhaltigen Erfolg ermöglichen können.

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