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Hongkong: Chinesische Investmentbanken kämpfen mit Personalmangel im IPO-Boom

Regulierungsbehörde warnt 13 Banken wegen Qualitätsmängeln und begrenzt Mandate pro Banker auf sechs

Hongkong: Chinesische Investmentbanken kämpfen mit Personalmangel im IPO-Boom

Die Hongkonger Wertpapieraufsicht SFC hat 13 Investmentbanken wegen schwerwiegender Mängel bei Börsengangsanträgen verwarnt. Die betroffenen Institute müssen ihre Prozesse überarbeiten und dürfen künftig einem verantwortlichen Banker maximal sechs gleichzeitige Mandate zuweisen. Die 13 Banken verantworten rund 70 Prozent aller IPO-Anträge in der asiatischen Finanzmetropole.

Der regulatorische Eingriff erfolgt vor dem Hintergrund eines dramatischen Anstiegs der Börsengangsanträge. Seit Juni 2024 hat sich die Zahl von 160 auf 414 Anträge mehr als verdoppelt – allein im Januar 2025 kamen 96 neue Anträge hinzu. Dieser Boom stellt die Banken vor erhebliche Kapazitätsprobleme.

Chinesische Investmentbanken wie CICC, CITIC Securities und Huatai International dominieren mittlerweile das Hongkonger IPO-Geschäft. Im vergangenen Jahr vereinnahmten sie fast 70 Prozent des Gebührenpools von 579 Millionen Dollar – ein deutlicher Anstieg gegenüber 48 Prozent im Jahr 2019. Damit haben sie internationale Häuser wie Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS zurückgedrängt.

Talentknappheit verschärft Wettbewerbsdruck

Der Personalmangel trifft die Branche in einer kritischen Phase. Die fünf größten chinesischen Banken verfügen laut öffentlichen Daten über lediglich 19, 21, 15, 5 und 7 registrierte Signing Principals – deutlich zu wenig für die aktuelle Auftragslage. "Unternehmen müssen mehr Deals abschließen, um ihre Kostenbasis zu rechtfertigen", erklärt Sid Sibal von Aster Recruiting.

Der anhaltende Margendruck zwingt die Banken zu einem intensiven Wettbewerb um lukrative Emissionsmandate. Gleichzeitig haben viele Institute seit 2023 Personal abgebaut, als die Branche unter einem Transaktionsrückgang litt. Die Neueinstellungen seit Ende 2024 konnten mit der Erholung des Marktes nicht Schritt halten.

Besonders problematisch: Einige chinesische Investmentbanken greifen auf Personal vom Festland zurück oder versetzen Mitarbeiter nach Hongkong. Diese Praxis hat die SFC auf den Plan gerufen, da festgestellt wurde, dass teilweise nicht qualifiziertes Personal mit IPO-Aufgaben betraut wurde.

Qualitätsstandards unter Druck

Die Aufsichtsbehörde hatte bereits im Dezember zusammen mit der Hongkonger Börse ein Warnschreiben an Listing-Sponsoren verschickt – ein in der Branche als außergewöhnlich bewerteter Schritt. Kenny How vom Branchenverband HKSFPA betont, dass umfangreiche Deals mehr Einsatz von Bankern und Anwälten erfordern: "Es ist ein Test für die Kapazitäten der erfahrensten Banker und die gesamte Personalbesetzung."

Die SFC kündigte an, künftig alle im IPO-Sponsoring tätigen Personen strengeren Prüfungen zu unterziehen. Banken müssen sicherstellen, dass nur qualifiziertes Personal diese verantwortungsvollen Aufgaben übernimmt. Die neuen Regelungen sollen die Qualität der Börsengangsanträge verbessern und das Vertrauen in den Hongkonger Kapitalmarkt stärken.

Die betroffenen Banken – darunter CICC, CITIC Securities, Huatai International, China Securities International und Guotai Junan International – äußerten sich auf Anfrage nicht zu den Vorwürfen. Die SFC verwies auf ihr Rundschreiben vom 30. Januar und lehnte weitere Kommentare ab.

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