Iran-Abkommen: JPMorgan empfiehlt weiter auf Tech-Aktien zu setzen
Nach einer vorläufigen US-Iran-Einigung zeigt der Technologiesektor die stärkste Performance – JPMorgan bleibt taktisch optimistisch.

Die USA und der Iran haben eine vorläufige Einigung erzielt, die einen Krieg beenden würde, der die Energiepreise in die Höhe getrieben und für erhebliche Volatilität an den Finanzmärkten gesorgt hatte. Für Anleger stellt sich nun die Frage, wie sie ihr Portfolio in diesem neuen Umfeld positionieren sollen. Die Antwort von JPMorgan ist eindeutig: Tech bleibt die erste Wahl.
Seit dem Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern am 8. April hat sich der Technologiesektor als das mit Abstand stärkste Marktsegment erwiesen. Besonders die Chiphersteller glänzen mit außergewöhnlichen Kursgewinnen. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) ist seither um beeindruckende 71 Prozent gestiegen. Einzelwerte wie Micron Technology, Marvell und Arm Holdings haben sich in diesem Zeitraum sogar mehr als verdoppelt.
Auch der breitere Markt profitierte spürbar von der geopolitischen Entspannung. Der Technologiesektor des S&P 500 legte um 34 Prozent zu und trieb den Gesamtindex auf Rekordniveaus. Der Nasdaq Composite verzeichnete in derselben Periode ein Plus von 17 Prozent – ein deutliches Signal, dass Investoren weltweit auf Wachstumswerte setzen.
JPMorgan sieht breiten Risk-on-Impuls
Das Market-Intelligence-Team von JPMorgan äußerte sich taktisch optimistisch gegenüber Aktien. Ein finales Abkommen zur Beendigung des US-Iran-Krieges könnte laut den Analysten einen „breiten Risk-on-Impuls an den Aktienmärkten katalysieren". Damit ist gemeint, dass Investoren verstärkt in risikoreichere Anlageklassen wie Aktien umschichten, wenn geopolitische Unsicherheiten abnehmen.
Die Experten warnen jedoch davor, dass eine solche Rallye nicht alle Sektoren gleichermaßen erfassen wird. „Dennoch deutet das historische Muster darauf hin, dass eine ‚Alles-Rallye' nach dem ersten Impuls in eine konzentrierte Marktführerschaft übergehen kann. Daher bevorzugen wir weiterhin Tech und halten an einer taktischen Long-Position in Finanzwerten fest", so das JPMorgan-Team.
Konkret empfehlen die Analysten eine sogenannte Barbell-Strategie – eine Kombination aus Tech- und zyklischen Werten. Dabei sollen Anleger bei zinssensitiven Titeln oder Trades im Zusammenhang mit der Wiedereröffnung der Straße von Hormus flexibel bleiben. Besonders hervorgehoben wird das globale KI-Thema, wobei JPMorgan eine stärkere Gewichtung der USA gegenüber Asien bevorzugt.
Risiko: Abkommen könnte noch scheitern
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Zur AktienanalyseTrotz der positiven Stimmung besteht weiterhin Unsicherheit. Es gibt die Möglichkeit, dass das Abkommen bis Freitag – dem voraussichtlichen Termin für die Unterzeichnung – noch scheitert. Dies könnte dem Technologiesektor etwas an Dynamik nehmen.
Vizepräsident JD Vance äußerte sich am Montag gegenüber dem Sender CNBC in der Sendung „Squawk Box" vorsichtig optimistisch. Er erklärte, dass noch „viele" Details geklärt werden müssten, betonte jedoch, dass die USA „alle Trümpfe in der Hand" hielten. Für Anleger bedeutet dies: Die Richtung stimmt, doch kurzfristige Rückschläge sind nicht auszuschließen.
Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte oder entsprechende ETFs investiert sind, bleibt die Botschaft klar: Die strukturellen Treiber des Technologiesektors – allen voran das Thema Künstliche Intelligenz – bleiben intakt. Geopolitische Entspannung kann diesen Trend zusätzlich beflügeln, ist aber nicht die einzige Grundlage für die starke Performance des Sektors.


