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Iran-Krieg nach drei Monaten: Ölpreis nahe 100 Dollar

Drei Monate Krieg, kein Ende in Sicht – und die globalen Märkte spüren die Folgen immer deutlicher.

Iran-Krieg nach drei Monaten: Ölpreis nahe 100 Dollar

Drei volle Monate nach Beginn des Iran-Krieges befinden sich die USA, Israel und der Iran weiterhin in aktiven militärischen Auseinandersetzungen. Präsident Donald Trumps ursprünglich geplante mehrwöchige Kampagne ist längst überschritten. Der Ölpreis verharrt infolge anhaltender Blockaden im Golf nahe 100 Dollar pro Barrel.

Trotz der angespannten Lage hielten sich die finanziellen und wirtschaftlichen Verwerfungen bisher in bemerkenswerten Grenzen – wenngleich die Auswirkungen auf die physischen Ölliefermengen gravierend sind. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist praktisch zum Erliegen gekommen, was den globalen Rohölfluss aus dem Golf nahezu vollständig unterbricht.

Neue Eskalation trotz Friedenshoffnungen

Hoffnungen auf ein mögliches Friedensabkommen im Golf wurden über Nacht erneut enttäuscht. Die USA und der Iran beschossen sich gegenseitig mit Raketen, während Israel seine Angriffe im Südlibanon fortsetzte und neue Evakuierungsbefehle für Teile der Region erließ. Die Preise für die Ölsorte Brent stiegen am frühen Donnerstag nach den US-iranischen Angriffen um über 1%, nachdem sie am Vortag aufgrund von Friedenshoffnungen noch rund 5% niedriger geschlossen hatten.

Die Futures an der Wall Street gaben vor Handelsbeginn am Donnerstag leicht nach. Auch die asiatischen Aktienmärkte schlossen schwächer, da die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten die dortige technologiegetriebene Hausse ausbremsten.

Inflation steigt – Fed unter Druck

Die Auswirkungen des Konflikts werden am Donnerstag für amerikanische Verbraucher besonders deutlich sichtbar. Es wird erwartet, dass die Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) für April einen Anstieg der jährlichen Inflation auf 3,8% zeigen – fast das Doppelte des Inflationsziels der US-Notenbank Federal Reserve. Für den Monat Mai wird sogar ein Wert von über 4% erwartet.

Fed-Ratsmitglied Lisa Cook erklärte am späten Mittwoch, dass sie „bereit wäre, die Zinsen anzuheben", falls die Disinflation nicht bald wieder einsetzt. Dies unterstreicht den wachsenden Druck auf die Zentralbank, trotz geopolitischer Unsicherheiten geldpolitisch restriktiv zu agieren.

Der übrige Datenkalender für Donnerstag ist dicht gefüllt. Erwartet werden:

  • Wöchentliche Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
  • Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter
  • Eine Revision des BIP für das erste Quartal

Auf der Unternehmensseite legen die US-Einzelhandelsriesen Costco und Best Buy ihre Quartalsergebnisse vor. Das Gesamtbild dürfte die restriktiven Erwartungen an die Fed im Vorfeld ihrer Juni-Sitzung weiter stützen. Alle Augen richten sich dabei auf die aktualisierten Projektionen der Notenbank und insbesondere auf den sogenannten Median-„Dot" im Dot-Plot – dem Instrument, mit dem die Fed-Mitglieder ihre Zinserwartungen kommunizieren.

Für deutsche Anleger ist die Lage besonders relevant: Ein anhaltend hoher Ölpreis belastet energieintensive Branchen und heizt die Inflation auch in Europa an. Gleichzeitig sorgt die geopolitische Unsicherheit für erhöhte Volatilität an den globalen Kapitalmärkten.

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