Israel liefert Deutschland Kerosin wegen Krise in Hormusstraße
Angesichts drohender Versorgungsengpässe durch den Krieg im Iran sichert Israel Deutschland Kerosin-Lieferungen zu.

Israel wird auf Ersuchen Berlins in den kommenden Tagen Kerosin nach Deutschland liefern. Das israelische Energieministerium gab dies am Mittwoch bekannt und nannte als Grund die eskalierte Krise in der Straße von Hormus. Die Koordinierung der Frachten soll in Zusammenarbeit mit Raffinerien erfolgen.
Konkrete Angaben zu Liefermengen oder einem genauen Zeitplan machte das Ministerium nicht. Fest steht jedoch, dass Israel darüber hinaus Möglichkeiten prüfen will, Deutschland auch bei der Erdgasversorgung zu unterstützen. Die Entscheidung trägt damit einen breiten energiepolitischen Charakter.
Diplomatische Abstimmung auf höchster Ebene
Die Vereinbarung wurde von Israels Energieminister Eli Cohen und Außenminister Gideon Saar gemeinsam abgestimmt. Saar informierte seine deutsche Amtskollegin persönlich während eines Besuchs in Berlin über die geplanten Schritte. Dies unterstreicht die strategische Bedeutung, die beide Länder der Zusammenarbeit beimessen.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel werden täglich große Mengen an Rohöl und Erdölprodukten transportiert. Eine Unterbrechung dieser Route trifft Europa empfindlich, da ein erheblicher Teil der Energieimporte über diesen Korridor läuft.
Europa vor Versorgungsengpass bei Kerosin
Europa sieht sich derzeit mit wachsenden Sorgen über einen Kerosin-Versorgungsengpass konfrontiert. Der Krieg im Iran unterbricht Lieferungen aus dem Nahen Osten in einem besonders ungünstigen Moment: Die Hauptreisezeit im Sommer steht unmittelbar bevor, was die Nachfrage nach Flugkraftstoff deutlich erhöht.
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Zur AktienanalyseFür Deutschland als einer der größten Luftverkehrsmärkte Europas ist eine stabile Kerosin-Versorgung von besonderer Bedeutung. Flughäfen wie Frankfurt, München und Düsseldorf zählen zu den meistfrequentierten Drehkreuzen des Kontinents. Ein Engpass beim Flugkraftstoff könnte den Flugbetrieb erheblich belasten und zu steigenden Ticketpreisen führen.
Die israelische Hilfe kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Europa seine Energieversorgung seit dem russischen Angriff auf die Ukraine grundlegend neu ausrichten musste. Deutschland hat in den vergangenen Jahren intensiv daran gearbeitet, seine Abhängigkeit von einzelnen Lieferanten zu reduzieren und neue Energiepartnerschaften aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit Israel stellt in diesem Kontext einen weiteren Baustein der europäischen Energiediversifizierung dar.


