Kasachstan fordert neue Bedingungen für Ölkonzerne
Regierung will Staatsanteile erhöhen und milliardenschwere Forderungen durchsetzen

Kasachstan hat den Druck auf internationale Ölkonzerne erhöht und fordert verbesserte Vertragsbedingungen für ihre Aktivitäten im Land. Die Regierung des zentralasiatischen Staates setzt sich seit Jahren mit westlichen Energiekonzernen über die Kostenentwicklung auseinander und hatte im Jahr 2023 milliardenschwere Forderungen gegen mehrere Unternehmen erhoben. Die betroffenen Firmen werfen der Regierung vor, durch diese Maßnahmen ihren Anteil an wichtigen Öl- und Gasprojekten vergrößern zu wollen. Kasachische Behörden weisen diese Vorwürfe zurück und begründen ihr Vorgehen mit der Notwendigkeit, überhöhte Kosten einzudämmen.
Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat die Regierung angewiesen, die Verhandlungen mit den internationalen Ölkonzernen über eine Verlängerung der bestehenden Produktionsbeteiligungsabkommen unter verbesserten Bedingungen zu intensivieren. Große Investitionen erforderten langfristige Planung, weshalb die Vereinbarungen an die neuen Interessen des Landes angepasst werden müssten. Energieminister Almasadam Satkalijew erklärte, dass mögliche Maßnahmen eine Erhöhung des kasachischen Staatsanteils an den Ölprojekten, eine Änderung der Betreiberstrukturen oder eine Neuverhandlung der Verträge umfassen könnten. Die endgültigen Entscheidungen sollen auf der Grundlage eines offenen und wettbewerbsorientierten Dialogs mit den Konsortialpartnern getroffen werden, unter Berücksichtigung des internationalen Rechts.
Der Großteil der kasachischen Ölförderung stammt aus den Feldern Tengiz, Karatschaganak und Kaschagan, die mit Beteiligung internationaler Unternehmen entwickelt wurden. Im vergangenen Jahr hatte Kasachstan Forderungen in Höhe von über 13 Milliarden US-Dollar gegen die Betreiber des Kaschagan-Feldes sowie über 3,5 Milliarden US-Dollar gegen das Konsortium des Karatschaganak-Feldes geltend gemacht. Das Kaschagan-Ölfeld, eine der bedeutendsten Offshore-Entdeckungen der letzten Jahrzehnte, wird von einem Konsortium aus Eni, Shell, TotalEnergies, ExxonMobil, KazMunayGaz, Inpex und CNPC betrieben. Die beteiligten Unternehmen haben insgesamt etwa 50 Milliarden US-Dollar in das Projekt investiert.
Am Karatschaganak-Projekt sind Eni, Shell, Chevron, Lukoil und KazMunayGaz beteiligt, mit Gesamtinvestitionen von mehr als 27 Milliarden US-Dollar. Das größte kasachische Ölunternehmen, Tengizchevroil, umfasst Chevron, ExxonMobil, Lukoil und KazMunayGaz. Chevron hat erst kürzlich die Produktion einer 48-Milliarden-US-Dollar-Erweiterung des Tengiz-Ölfeldes aufgenommen, wodurch dessen Ausstoß auf etwa ein Prozent der globalen Rohölversorgung ansteigen wird.
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Zur AktienanalyseDie Exporte des Tengiz-Feldes, das eine bedeutende Einnahmequelle für Kasachstan und Chevron darstellt, sind fast ausschließlich von einer Pipeline abhängig, die durch Russland zum Schwarzen Meer führt. Damit unterliegt die Transportroute indirekt der Kontrolle Moskaus. Chevron lehnte eine direkte Stellungnahme zu den aktuellen Forderungen der kasachischen Regierung ab und betonte, dass das Unternehmen sich auf seine laufenden Projekte konzentriere. ExxonMobil reagierte zunächst nicht auf eine entsprechende Anfrage.


