Kerosinknappheit: Fluggesellschaften kürzen Flüge und erhöhen Gebühren
Der Krieg mit dem Iran hat eine der wichtigsten Kerosinquellen weltweit abgeschnitten – eine Lösung ist nicht in Sicht.

Seit mehr als einem Monat sorgt der Krieg mit dem Iran für eine dramatische Kerosinknappheit in der globalen Luftfahrtbranche. Eine der weltweit bedeutendsten Quellen für Flugzeugtreibstoff ist damit ausgefallen – mit weitreichenden Folgen für Fluggesellschaften, Flughäfen und Kraftstofflieferanten rund um den Globus.
Trotz des am Dienstag vereinbarten Waffenstillstandsabkommens zeigen sich Branchenvertreter wenig optimistisch. Fluggesellschaften, Flughäfen und Kraftstofflieferanten warnen übereinstimmend, dass das Abkommen – selbst wenn es Bestand hat – die Kerosinkrise in absehbarer Zeit nicht lösen wird.
Engpässe in Asien, Alarm in Europa
China, eine der größten Raffinerienationen der Welt, hat den Export von Kerosin eingestellt, um den eigenen Bedarf zu decken. Das verschärft die Lage zusätzlich. Flughäfen in ganz Asien, darunter in Vietnam und Myanmar, gehen bereits die Vorräte aus.
Auch Europa steht unter Druck: Sollte die Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit den Weltmärkten verbindet, nicht vollständig wieder geöffnet werden, drohen bereits im Mai gravierende Engpässe. Die Meerenge gilt als eine der strategisch wichtigsten Wasserstraßen der Welt für den Energietransport.
Fluggesellschaften reagieren mit Streichungen und Aufschlägen
Die Luftfahrtbranche versucht, die Situation mit verschiedenen Maßnahmen zu bewältigen. United Airlines hat bereits einige Nachtflüge sowie Verbindungen unter der Woche gestrichen. Air France verlangt von Passagieren der Business Class höhere Gebühren, um die Treibstoffbelastung durch deren schwerere Sitze auszugleichen.
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Zur AktienanalyseBesonders drastisch reagierte Korean Air: Die südkoreanische Fluggesellschaft rief den unternehmensinternen Notstand aus und wies ihre Mitarbeiter an, alle nicht notwendigen Reisen zu stornieren. Dieser Schritt verdeutlicht, wie ernst die Lage für die Branche inzwischen ist.
Für deutsche Reisende und Anleger im Luftfahrtsektor bedeutet die Entwicklung erhöhte Unsicherheit. Steigende Treibstoffkosten zählen traditionell zu den größten Kostentreibern für Airlines – eine anhaltende Knappheit dürfte den Druck auf Ticketpreise und Unternehmensmargen weiter erhöhen. Wie lange die Krise andauert, hängt maßgeblich davon ab, ob und wann die Straße von Hormus wieder uneingeschränkt passierbar ist.


