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KI-Hype, Nahost-Konflikt und Fed-Glaubwürdigkeit belasten Märkte

Drei große Marktrisiken traten diese Woche gleichzeitig zutage: KI-Nachhaltigkeit, Nahost-Eskalation und eine gespaltene US-Notenbank.

KI-Hype, Nahost-Konflikt und Fed-Glaubwürdigkeit belasten Märkte

Die Finanzmärkte standen diese Woche unter dem Einfluss gleich dreier zentraler Risikofaktoren: der Frage nach der Nachhaltigkeit des KI-Booms, einer erneuten Eskalation im Nahen Osten sowie wachsender Zweifel an der Glaubwürdigkeit der US-Notenbank Federal Reserve. Selten traten so viele marktbewegende Themen gleichzeitig so deutlich zutage.

Besonders im Fokus stand der Technologiesektor. Der südkoreanische Halbleiterriese SK Hynix meldete einen Rekordsprung des operativen Quartalsgewinns um das Sechsfache – und verfehlte dennoch die Analystenprognosen. Die Folge: Die Aktie brach um fast 10 Prozent ein. Auch Samsung-Papiere gaben nach, obwohl das Unternehmen eine 250-fache Gewinnsteigerung auswies. Die hohen Erwartungen des Marktes an KI-Profiteure lassen sich kaum noch übertreffen.

KI-Ausgaben: Fluch oder Segen?

Im Zentrum der Debatte steht die Frage, ob die massiven Investitionen der US-amerikanischen Hyperscaler – also der großen Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft und Meta – nachhaltig sind. Meta meldete einen eingebrochenen freien Cashflow im zweiten Quartal, während die Investitionsausgaben für KI gleichzeitig verdoppelt wurden. Das schürte zunächst Sorgen über einen möglichen Ausgabenrausch ohne ausreichende Gegenleistung.

Doch dann lieferten Microsoft und Amazon Gegenargumente. Microsoft übertraf die Prognosen für das Cloud-Wachstum und kündigte an, dass die Investitionsausgaben für das erste Quartal 2027 unter den Schätzungen liegen würden – wenngleich dies größtenteils auf eine Bilanzänderung zurückzuführen ist. Amazon verzeichnete das höchste Umsatzwachstum im Cloud-Bereich seit mehr als vier Jahren. Diese Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die enormen KI-Investitionen genügend Nachfrage generieren, um den Ausgabenrausch zu rechtfertigen.

Die positiven Nachrichten beflügelten am Donnerstag die Wall Street und gaben asiatischen Aktien am Freitag kräftigen Auftrieb. Der technologielastige südkoreanische KOSPI stieg um fast 18 Prozent – liegt im Monatsvergleich jedoch immer noch rund 20 Prozent im Minus. Reale Risiken im KI-Sektor bleiben bestehen: Die steigende Schuldenlast der Hyperscaler und der zunehmende Einsatz zirkulärer Finanzierung könnten zu einer ungeordneten Auflösung führen. Experten warnen jedoch davor, jeden Rücksetzer mit dem Dotcom-Crash von 2000 oder der globalen Finanzkrise von 2008 gleichzusetzen – nicht jede Korrektur ist eine Krise.

Nahost-Konflikt treibt Ölpreise

Das zweite große Thema der Woche war die erneute Eskalation im Nahen Osten. Eine Unterbrechung der US-Angriffe zu Beginn der Woche ließ den Brent-Rohölpreis bis Dienstag auf 84 US-Dollar pro Barrel fallen. Doch dieser Rückgang war nur von kurzer Dauer: Ein Überraschungsangriff des Iran auf US-Stützpunkte im Nahen Osten am späten Dienstag löste eine militärische Reaktion der USA aus – und eine mit Kraftausdrücken gespickte Rüge von Präsident Donald Trump.

Mitte der Woche weitete sich der Konflikt offenbar aus, nachdem Gasschiffe im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta von einer Drohne getroffen wurden. Die Ölpreise stiegen am Mittwoch als Reaktion auf die Eskalation um fast 8 Prozent, lagen bis zum frühen Freitag jedoch wieder unter 90 US-Dollar pro Barrel. Die Rohölmärkte scheinen derzeit weder Krieg noch Frieden einzupreisen, sondern vielmehr die Anpassungsfähigkeit des Marktes – ein Phänomen, das in den vergangenen fünf Monaten wiederholt zu beobachten war.

Für die Energiemärkte könnte sich damit eine neue Normalität im Golf etablieren, in der Energieströme weniger effizient und undurchsichtiger werden. Das wäre eine kostspielige Entwicklung für eine Region, die aufgrund ihres Rufs für Zuverlässigkeit lange Zeit einen Preisaufschlag erzielen konnte.

Gespaltene Fed sorgt für Unsicherheit

Das dritte zentrale Ereignis der Woche war die Sitzung der US-Notenbank Federal Reserve. Die Märkte gingen mit einer eingepreisten Wahrscheinlichkeit von etwa eins zu drei für eine Zinserhöhung in die Sitzung – eine der unsichersten Ausgangslagen seit Jahren. Die Fed beließ die Zinsen letztlich unverändert. Bemerkenswert war jedoch, dass drei Mitglieder des Offenmarktausschusses abweichende Stimmen in eine Richtung abgaben – die meisten unter einem neuen Vorsitzenden seit dem Jahr 1970. Dies wirft Fragen über die innere Geschlossenheit und die Kommunikationsfähigkeit der Notenbank auf – und damit über ihre ohnehin strapazierte Glaubwürdigkeit.

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