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König Charles legt erstmals persönliche Steuerrechnung als Monarch offen

Ein historischer Schritt: König Charles III. veröffentlicht seine Steuerzahlungen – als erster britischer Monarch der Neuzeit.

König Charles legt erstmals persönliche Steuerrechnung als Monarch offen

König Charles III. setzt einen historischen Präzedenzfall: Als erster britischer Monarch der Neuzeit legt er seine persönliche Steuerrechnung öffentlich offen. Die Steuerzahlungen werden im Rahmen des jährlichen Finanzberichts des Königshauses veröffentlicht. Laut Palastquellen handelt es sich dabei um eine persönliche Entscheidung des Königs.

Der Buckingham Palace bezeichnete den Schritt als Teil einer umfassenden Modernisierungsoffensive. „Einfach ausgedrückt: Wir modernisieren und entwickeln uns weiter", erklärte ein Palastsprecher. Ziel sei es, „ein breiteres Verständnis für unsere Rechenschaftspflicht zu fördern" und gegenüber der Öffentlichkeit offener zu sein.

Die Offenlegung umfasst die Steuerzahlungen des Königs für das Steuerjahr 2024–25. Konkret betrifft dies Steuern auf sein Einkommen aus dem Herzogtum Lancaster, persönliche Investitionen sowie Einkünfte aus den Privatbesitzen des Königs – darunter die Anwesen Sandringham und Balmoral. Bereits als Prince of Wales hatte Charles freiwillig offengelegt, wie viel Steuern er zahlte.

Herzogtum Lancaster als wichtigste Einkommensquelle

Das Herzogtum Lancaster spielt dabei eine zentrale Rolle. Dieses Immobilienunternehmen, zu dem Ländereien in Nordengland sowie Immobilien im Zentrum Londons gehören, liefert einen Großteil des persönlichen Einkommens des Monarchen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Herzogtum Gewinne von rund 24 Millionen Britischen Pfund – umgerechnet etwa 28 Millionen Euro.

Wichtig zu wissen: Britische Monarchen sind gesetzlich nicht verpflichtet, Einkommensteuer, Erbschaftsteuer auf Nachlässe früherer Monarchen oder Kapitalertragsteuer zu zahlen. König Charles leistet diese Zahlungen jedoch freiwillig – Einkommensteuer sowie Kapitalertragsteuer auf Verkäufe von Privatvermögen. Der nun offengelegte Gesamtbetrag macht erstmals das volle Ausmaß dieser freiwilligen Steuerpflicht sichtbar.

Skandale um Andrew Mountbatten-Windsor als Auslöser

Der Schritt zur Transparenz kommt nicht ohne politischen Hintergrund. Infolge der Skandale um Prinz Andrew Mountbatten-Windsor hatten Parlamentsabgeordnete verstärkt mehr Offenheit über die Finanzgeschäfte des Königshauses gefordert. Ein erster Bericht des National Audit Office enthüllte zudem, dass Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie – Töchter von Andrew Mountbatten-Windsor und keine arbeitenden Mitglieder des Königshauses – Immobilien im St. James's Palace und im Kensington Palace bewohnten. Die Miete für ihre Unterkünfte wurde vom König aus seinem Privateinkommen gezahlt.

Die Steuerrechnung des Königs wird gemeinsam mit Einzelheiten zum sogenannten Sovereign Grant veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die jährliche staatliche Finanzierung des königlichen Haushalts, die Kosten wie Personal, Gebäudeinstandhaltung und Reisen zu offiziellen Terminen abdeckt. Der Sovereign Grant ist auf einen Rekordwert von 137,9 Millionen Britischen Pfund gestiegen – eine vorübergehende Erhöhung, die unter anderem zur Finanzierung der Renovierungsarbeiten am Buckingham Palace dient.

Erste Kürzung des Sovereign Grant erwartet

Seit seiner Einführung im Jahr 2012 ist der Sovereign Grant nie gesunken. Doch im Rahmen einer laufenden Überprüfung durch das britische Finanzministerium, Downing Street und den königlichen Haushalt wird in Kürze erstmals eine Kürzung erwartet. Die Abgeordneten werden Gelegenheit haben, über den Sovereign Grant zu debattieren, wenn das entsprechende Gesetz dem Parlament vorgelegt wird.

Zusätzlich wird in diesem Jahr der Rechnungsprüfungsausschuss (Public Accounts Committee) die königlichen Finanzen genauer unter die Lupe nehmen. Eine Untersuchung zu königlichen Immobilien und Pachtverträgen des Crown Estate ist geplant. Der Palast betont, dass die Hinzufügung persönlicher Steuerinformationen die bereits bestehende parlamentarische Aufsicht über den Sovereign Grant „noch weiter verbessern" könne – in einer Weise, die „unseren Prioritäten im öffentlichen Dienst entspricht".

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