Lufthansa stellt Cityline sofort ein – Streiks und Kerosinkosten als Auslöser
Der Lufthansa-Konzern beendet den Betrieb der Regionalfluggesellschaft Cityline mit sofortiger Wirkung – ursprünglich war 2028 geplant.

Der Lufthansa-Konzern zieht die Notbremse: Die Regionalfluggesellschaft Lufthansa Cityline wird mit sofortiger Wirkung stillgelegt. Als Hauptgründe nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Kerosinpreise sowie die anhaltenden Streiks bei der Tochtergesellschaft. Ursprünglich war die Schließung erst für das Jahr 2028 vorgesehen.
Finanzvorstand Till Streichert begründete den vorgezogenen Schritt mit der „aktuellen Krise", die den Konzern zwinge, die Maßnahme „nun früher umzusetzen". Die Stilllegung soll „weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduzieren" – ein klares Signal, dass Cityline wirtschaftlich nicht mehr tragbar war.
27 Flugzeuge werden sofort aus dem Betrieb genommen
Konkret werden die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline bereits am Samstag endgültig aus dem Programm genommen. Die Jets stehen laut Lufthansa kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und verursachen vergleichsweise hohe Betriebskosten. Unter diesen Umständen war ein Weiterbetrieb wirtschaftlich nicht mehr zu rechtfertigen.
Parallel dazu belasten die Streiks des Kabinenpersonals und der Piloten den gesamten Flugbetrieb der Lufthansa massiv. Bei Cityline hatte die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) ab Mittwoch zu einem zweitägigen Arbeitskampf aufgerufen – ein weiterer Faktor, der die Entscheidung zur sofortigen Stilllegung beschleunigt haben dürfte.
Für die betroffenen Beschäftigten gibt es laut Streichert jedoch eine Perspektive: Allen Beschäftigungsgruppen der Cityline seien bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Wie viele Mitarbeiter betroffen sind und in welchem Umfang die Angebote angenommen wurden, ließ das Unternehmen offen.
Lufthansa fährt Kapazitäten konzernweit zurück
Die Cityline-Schließung ist nicht die einzige Sparmaßnahme im Konzern. Auch bei der Kernmarke Lufthansa werden die Kapazitäten reduziert: Ab Herbst sollen zunächst sechs ältere Langstreckenflugzeuge ausgeflottet werden. Im Winterflugprogramm folgt dann eine weitere Reduzierung des Angebots auf der Kurz- und Mittelstrecke um etwa fünf Flugzeuge.
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Zur AktienanalyseStreichert bezeichnete die Einschnitte „angesichts der stark gestiegenen Kerosinkosten und der geopolitischen Instabilität" als unumgänglich. Die Kombination aus höheren Betriebskosten und operativen Störungen durch Streiks setzt den Konzern unter erheblichen Druck.
Auf der anderen Seite setzt Lufthansa auf Wachstum bei der günstigeren Tochtergesellschaft Discover. Diese soll schneller als bisher geplant mit neuen Airbus-A350-Jets expandieren. Der Konzern versucht damit, Kapazitäten effizienter und kostengünstiger zu bündeln, anstatt defizitäre Strukturen weiterzuführen.
Für Anleger der Lufthansa-Aktie sind die Maßnahmen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits signalisiert der Konzern Entschlossenheit beim Kostenabbau, andererseits zeigen die vorgezogene Stilllegung und die Kapazitätskürzungen, wie stark das operative Umfeld derzeit belastet ist. Die Kombination aus Streikrisiken, hohen Energiekosten und geopolitischer Unsicherheit bleibt eine zentrale Herausforderung für die gesamte europäische Luftfahrtbranche.


