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Lufthansa-Streiks: Personalvorstand kritisiert Gewerkschaftsforderungen als kontraproduktiv

Michael Niggemann warnt vor weiteren Kostensteigerungen und sieht keinen Spielraum für höhere Vergütungen

Lufthansa-Streiks: Personalvorstand kritisiert Gewerkschaftsforderungen als kontraproduktiv

Die Lufthansa AG steht vor erneuten Arbeitskämpfen. Personalvorstand Michael Niggemann hat die für Donnerstag angekündigten Streiks von Piloten und Flugbegleitern scharf kritisiert und als "völlig unnötige Eskalation" bezeichnet. Der Arbeitsdirektor machte in Berlin deutlich, dass die Forderungen der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und UFO weitere erhebliche Kostensteigerungen bedeuten würden, für die es bei der Kerngesellschaft keinen finanziellen Spielraum gebe.

Die Zahlen, die Niggemann präsentierte, verdeutlichen die Brisanz der Situation: Lufthansa-Piloten gehen bereits heute mit durchschnittlichen monatlichen Bezügen von 8.400 Euro in den Ruhestand – einschließlich der gesetzlichen Rente. Die Gewerkschaft Cockpit fordert jedoch deutlich mehr. "Wir können eine Top-Versorgung nicht einfach noch mal verdoppeln", stellte der Personalchef klar.

Bei den Flugbegleitern dreht sich der Konflikt vor allem um die perspektivisch auslaufende Tochtergesellschaft Cityline und den Manteltarif bei Lufthansa Classic. Niggemann betonte, man habe den Kabinenbeschäftigten bei Cityline großzügige Übernahmeangebote bei anderen Konzerngesellschaften unterbreitet.

Wettbewerbsfähigkeit im Fokus

Besonders brisant: Die UFO-Forderungen würden laut Niggemann zu weiteren Kostensteigerungen von rund 10 Prozent führen. Bereits jetzt liege die Produktivität der Besatzungen bei der Kerngesellschaft 10 bis 20 Prozent hinter der Konkurrenz zurück. Für einen Konzern, der im internationalen Wettbewerb mit Low-Cost-Carriern und Golf-Airlines steht, eine kritische Ausgangslage.

Der Personalvorstand setzt dennoch auf Dialog statt Konfrontation. "Ich bin fest überzeugt, dass es den Beschäftigten um Perspektiven geht. Da ist eine Erhöhung der Kosten genau kontraproduktiv", erklärte Niggemann. Er kündigte an, weiter auf Gespräche mit den Gewerkschaften zu setzen.

Für Anleger der Lufthansa-Aktie bedeuten die angekündigten Streiks erneute Unsicherheit. Arbeitsniederlegungen führen typischerweise zu Flugausfällen, Umsatzeinbußen und Reputationsschäden. Gleichzeitig steht der Konzern vor der Herausforderung, seine Kostenstruktur wettbewerbsfähig zu halten, ohne die Mitarbeiterzufriedenheit zu gefährden – ein Balanceakt, der die Ertragskraft nachhaltig beeinflussen könnte.

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