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Luxusaktien springen nach US-Iran-Friedensdeal um bis zu 5% an

Ein vorgeschlagenes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran beflügelt Luxuswerte – LVMH, Kering und Hermès legen deutlich zu.

Luxusaktien springen nach US-Iran-Friedensdeal um bis zu 5% an

Luxusaktien haben am Freitag kräftig zugelegt, nachdem iranische Staatsmedien über ein vorgeschlagenes Abkommen zwischen den USA und dem Iran berichteten. Das Abkommen sieht die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie die Aufhebung der US-Ölsanktionen vor. Die Aktien von LVMH, dem Gucci-Eigentümer Kering und Hermès stiegen um jeweils rund 5%.

Die Schweizer Richemont-Gruppe legte um etwa 3,4% zu. Der europaweite Stoxx 600-Index kletterte im Zuge der positiven Nachrichten um 1,8%. Die Kursgewinne spiegeln die Erleichterung wider, die ein mögliches Ende des Konflikts im Nahen Osten für den gesamten Luxussektor bedeuten würde.

Naher Osten als Wachstumsmarkt für Luxusgüter

Luxuswerte wurden seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar auf breiter Front belastet. Der Konflikt traf die Branche zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt: Gerade als der Sektor nach einer jahrelangen Flaute erste Erholungszeichen zeigte, eskalierte die Lage im Nahen Osten. Die schwache Nachfrage chinesischer Konsumenten – einst einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Branche – hatte den Sektor zuvor bereits unter Druck gesetzt.

Obwohl die Nahost-Region im Durchschnitt nur einen mittleren einstelligen Prozentsatz des Gesamtumsatzes der Luxuskonzerne ausmacht, sind die indirekten Auswirkungen erheblich. Analysten wiesen darauf hin, dass das Risiko nicht nur in der gedämpften Aktivität in der Region selbst liege. Geringere Touristenströme und eine Beeinträchtigung des sogenannten „Feel-good-Faktors" – also die Bereitschaft der Verbraucher, diskretionäre Ausgaben zu tätigen – spielen ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Im April meldete LVMH für das vorangegangene Quartal eine negative Auswirkung des Iran-Krieges von 1%, wodurch sich das vierteljährliche organische Wachstum halbierte. Der Konflikt überschattete damit die zugrunde liegenden Verbesserungen im Geschäft des weltgrößten Luxusgüterkonzerns. In der darauffolgenden Woche warnte LVMH-CEO Bernard Arnault vor einer „Weltkatastrophe", sollte der Konflikt im Nahen Osten nicht gelöst werden, und betonte die möglichen schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft.

Straße von Hormus: Schlüssel für die Weltwirtschaft

Die faktische Schließung der Straße von Hormus hat weitreichende globale Folgen gehabt. Durch die enge Wasserstraße werden normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert. Die Unterbrechung ließ die Energiepreise in die Höhe schnellen und trieb die Inflation an – mit spürbaren Konsequenzen für Verbraucher und Unternehmen weltweit.

Das vorläufige Friedensabkommen umfasst eine 14-Punkte-Absichtserklärung, die unter dem Vorbehalt der Finalisierung steht. US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag in einem Social-Media-Beitrag, dass die USA „eine großartige Beilegung des Krieges" erreicht hätten. Er schränkte jedoch ein, dass dies von der „Finalisierung der Dokumente" abhänge.

Für Anleger im Luxussegment bleibt die Lage damit vorerst noch mit Unsicherheit behaftet. Sollte das Abkommen tatsächlich in Kraft treten, dürfte der Nahe Osten als schnell wachsender Absatzmarkt für Luxusgüter rasch wieder an Bedeutung gewinnen – und den Sektor auf seinen Erholungskurs zurückbringen.

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