Luxuswarenhaus Selfridges: Einflusswechsel und finanzielle Herausforderungen
Milliardär aus Thailand übernimmt Mehrheit, während Signa-Gruppe mit Verbindlichkeiten kämpft

Tos Chirathivat, der Milliardär aus Thailand und Eigentümer der Central Group, sorgt für klare Verhältnisse bei der britischen Luxuswarenhauskette Selfridges. Wie kürzlich bekannt wurde, übernimmt Chirathivat die Mehrheit an Selfridges und setzt die Signa-Gruppe von René Benko in die Position des Juniorpartners. Diese Neuigkeiten bedeuten einen weiteren Rückschlag für Benkos Signa-Gruppe, die in letzter Zeit mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.
Bisher hielten die Signa-Gruppe und die Central Group jeweils 50 Prozent der Anteile an Selfridges. Doch nun hat die Central Group einen Kredit an Selfridges in Eigenkapital umgewandelt, wodurch sie die Kontrolle über das Joint Venture übernimmt. Die Central Group, deren Vermögen auf 11,6 Milliarden Dollar geschätzt wird, gehört Tos Chirathivat, der das Unternehmen 2013 von seinem Großvater übernahm und seitdem erfolgreich führt. Sie besitzt in Asien mehrere große Handelsketten und Einkaufszentren.
Die Central Group hat nun die Mehrheit in der operativen Gesellschaft von Selfridges inne und stärkt damit ihre Position als Co-Eigentümer. Doch die entscheidende Frage bleibt, was mit den Immobilien von Selfridges geschieht, die bisher beiden Partnern gleichermaßen gehörten.
Die Signa-Gruppe hatte ehrgeizige Pläne für Selfridges, das 18 Kaufhäuser in Großbritannien, Irland und den Niederlanden besitzt. Man plante, es zum Kern einer europäischen Luxuswarenhausgruppe zu machen und auch die KaDeWe-Gruppe in diese Plattform zu integrieren. Central hat bereits die Mehrheit an der operativen Gesellschaft der KaDeWe Group erworben.
Das Ziel war, den Umsatz der Luxusplattform von derzeit rund fünf Milliarden Euro auf bis zu acht Milliarden Euro im Jahr 2024 zu steigern, wobei das Online-Geschäft einen erheblichen Beitrag leisten sollte.
Die Central Group, zu der auch die Kaufhauskette La Rinascente in Italien gehört, hat in Europa bereits Investitionen getätigt und zeigt sich langfristig engagiert. Die Übernahme von Selfridges soll eine "weltweit führende Omnichannel-Luxusplattform" schaffen, wie Chirathivat betont.
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Zur AktienanalyseDie aktuellen Entwicklungen könnten jedoch auch mit den finanziellen Herausforderungen der Signa-Gruppe zusammenhängen. Signa und Central haben insgesamt 4,5 Milliarden Euro für die Übernahme von Selfridges ausgegeben, wobei auch die Immobilien der Luxuswarenhäuser Teil des Deals waren. Da Signa bisher die Immobilienkompetenz in die Partnerschaft eingebracht hat, wird nun spekuliert, dass Chirathivat größere Anteile an den Selfridges-Immobilien übernehmen könnte, um die Signa-Gruppe zu entlasten, die in den nächsten Jahren hohe Verbindlichkeiten zurückzahlen muss.
Insgesamt zeigt diese Entwicklung die Herausforderungen und Veränderungen im Luxuswarenhaussektor und die Dynamik zwischen internationalen Investoren und Einzelhandelsunternehmen auf.


