Märkte verschnaufen: Ölpreise und Dollar geben nach
Nach massiven Bewegungen durch Nahost-Unruhen legten Anleger weltweit eine taktische Pause ein.

Die Finanzmärkte haben am Mittwoch eine spürbare Verschnaufpause eingelegt. Massive Marktbewegungen, die durch die Unruhen im Nahen Osten ausgelöst worden waren, kamen ins Stocken oder kehrten sich leicht um. Anleger nutzten die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen und die Glattstellung von Positionen.
Der Ölpreis, der US-Dollar und die Marktvolatilität gaben nach. Gleichzeitig erholten sich die Wall Street, europäische Aktien, Schwellenländerwährungen und Silber kräftig. Lediglich asiatische Aktien blieben außen vor und wurden am Mittwoch sogar abgestraft.
Solide Konjunkturdaten stützen das Sentiment
Die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für Februar lieferten trotz eines wichtigen Vorbehalts positive Signale: Die Umfragen stammen noch aus der Zeit vor der jüngsten Nahost-Krise. Dennoch zeigen die Daten ein überraschend robustes globales Wachstumstempo.
Die Dienstleistungs-PMIs fielen besonders stark aus. Die US-Aktivität kletterte auf ein Hoch seit mehr als dreieinhalb Jahren, die chinesische Wirtschaftsleistung war so stark wie seit drei Jahren nicht mehr, und auch das europäische Wachstum gewann an Fahrt. Diese Zahlen folgen auf ebenfalls optimistische PMIs für das verarbeitende Gewerbe.
Warsh-Nominierung für Fed-Vorsitz offiziell eingereicht
Präsident Donald Trump hat am Mittwoch die Nominierung von Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve offiziell beim Senat eingereicht. Der ehemalige Fed-Gouverneur soll Jerome Powell an der Spitze der mächtigsten Zentralbank der Welt ablösen.
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Zur AktienanalyseDas Bestätigungsverfahren dürfte jedoch kein Selbstläufer werden. Einige Senatoren lehnen die laufenden Regierungsuntersuchungen gegen den amtierenden Vorsitzenden Powell und Gouverneurin Lisa Cook ab. Andere befürchten, Warsh werde lediglich als Marionette Trumps agieren und damit die Unabhängigkeit der Zentralbank weiter untergraben.
Im Hintergrund schwelen grundsätzlichere Risiken für die globale Finanzarchitektur. Analysten warnen vor einem möglichen Dollar-Liquiditätsschock im Zuge des Übergangs von einer dollar-zentrierten Finanzwelt hin zu einer multipolaren Ordnung. Geopolitische Krisen wie die aktuelle im Nahen Osten könnten diesen Übergang erheblich beschleunigen und turbulenter gestalten als erwartet.


