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Mercedes' Dilemma: Kombis auf dem Prüfstand

Die Zukunft der Kombis im Zeitalter der Elektromobilität und die treuen Kunden von Mercedes

Mercedes' Dilemma: Kombis auf dem Prüfstand

Die Strategen bei Mercedes-Benz stehen vor einer schwierigen Entscheidung. Die Notwendigkeit zur Kosteneinsparung zwingt das Unternehmen dazu, seine Modellpalette drastisch zu reduzieren. Aktuell bietet Mercedes fast 40 verschiedene Modelle und zahlreiche Varianten an, die alle entwickelt, zertifiziert und auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen. Intern wird bereits betont, dass dies zu viel sei, insbesondere im Vergleich zu Tesla, das nur vier Modelle im Angebot hat.

Um diesem Dilemma zu begegnen, plant Mercedes, Modelle wie die A-Klasse, B-Klasse sowie verschiedene Coupés und Cabrios auszusortieren. Doch die Kritiker innerhalb des Unternehmens warnen davor, bei der Reduzierung der Modellpalette zu weit zu gehen. Nach dem aktuellen Plan soll nur ein Kombi, der CLA Shootingbrake, in die Ära der Elektromobilität überführt werden. Weder für die kommende C-Klasse noch für die E-Klasse sind derzeit vollelektrische T-Modelle geplant. Dies könnte dazu führen, dass treue Kunden zu Konkurrenzprodukten abwandern, da die Wettbewerber, darunter Audi und BMW, planen, vollelektrische Kombis auf den Markt zu bringen.

Dennoch ist die endgültige Entscheidung noch nicht gefallen, und Insider berichten, dass es "keinen vernünftigen Grund" gibt, die Kombis vorzeitig aus dem Sortiment zu nehmen. Der Konzernchef Ola Källenius erwägt einen Mittelweg, bei dem das T-Modell der C-Klasse durch den Wechsel zu batterieelektrischen Antrieben entfallen könnte, während das T-Modell der E-Klasse erhalten bleiben würde.

Es gibt gute Argumente sowohl für als auch gegen jede der Optionen. Einige behaupten, dass die verlängerten Limousinen eine aussterbende Art seien und sich nicht global vermarkten lassen würden. Die Zahlen von Jato Dynamics zeigen, dass Kombis weltweit rückläufige Verkaufszahlen verzeichnen, wobei fast zwei Drittel aller Kombis in Europa verkauft werden. In China, dem größten Automarkt der Welt, spielen Kombis hingegen kaum eine Rolle. In den USA, Kanada, Japan und Korea sind sie ebenfalls kaum noch gefragt.

Trotzdem könnten Kombis gerade mit elektrischen Antrieben wieder an Bedeutung gewinnen, da sie aufgrund ihrer aerodynamischen Bauweise geringere Energiekosten und höhere Reichweiten bieten als SUVs. Der "SUV-Trend" hat klassische Karosserieformen wie Limousinen, Mini-Vans, Kompaktwagen und Kombis stark beeinflusst, aber mit Elektroantrieb könnten Kombis wieder an Relevanz gewinnen.

Es geht nicht nur um die Fahrzeugform, sondern auch um die Kundenbindung. Viele treue Mercedes-Kunden bevorzugen Kombis und könnten zu anderen Marken wechseln, wenn Mercedes keine elektrischen Kombis anbietet. Allein in Europa werden jedes Jahr über 78.000 Kombis von Mercedes ausgeliefert, und die meisten davon werden als Firmenwagen genutzt. In Deutschland sind Kombis besonders beliebt, da sie Geschäftsreisenden sowohl Komfort als auch ausreichend Platz bieten. Mercedes hat seit 1978 rund 1,5 Millionen Kombis verkauft, und diese Fahrzeugform hat eine treue Anhängerschaft.

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