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Mexikos Inflation sinkt im Mai zurück in Zentralbank-Zielkorridor

Die Jahresinflation fiel auf 3,94% – besser als erwartet, doch Kernpreise und künftige Trends bereiten Ökonomen weiterhin Sorgen.

Mexikos Inflation sinkt im Mai zurück in Zentralbank-Zielkorridor

Mexikos Verbraucherpreise sind im Mai den zweiten Monat in Folge gesunken und haben damit wieder das obere Ende des Zielkorridors der mexikanischen Zentralbank Banxico erreicht. Die Jahresinflationsrate lag bei 3,94% – eine deutliche Abschwächung gegenüber dem Aprilwert von 4,45% und besser als die von Ökonomen in einer Reuters-Umfrage prognostizierten 4,03%. Damit kehrt die Inflation der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas in den angestrebten Bereich zurück.

Auf Monatsbasis verzeichneten die Verbraucherpreise im Mai sogar einen Rückgang von 0,21% gegenüber dem Vormonat – der erste monatliche Preisrückgang seit zwei Jahren. Dieser Wert fiel ebenfalls stärker aus als erwartet: Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,12% prognostiziert. Das Signal ist damit auf den ersten Blick positiv, doch Experten mahnen zur Vorsicht.

Kernrate bleibt hartnäckig erhöht

Der viel beachtete Kernindex, der volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, stieg im Mai um 0,22% gegenüber dem Vormonat. Auf Jahresbasis verlangsamte er sich nur leicht von 4,26% im April auf 4,19% – und liegt damit weiterhin deutlich über dem Zielwert. Genau dieser Umstand bereitet Analysten Kopfzerbrechen.

„Die Inflation bewegt sich in die richtige Richtung, aber der Fortschritt bleibt ungleichmäßig, und die Inflation bei den Kerndienstleistungen liegt weiterhin über einem Niveau, das mit dem Ziel vereinbar ist", kommentierte Andres Abadia, Chefökonom für Lateinamerika bei Pantheon Macroeconomics. Die strukturellen Preisdrücke im Dienstleistungssektor erweisen sich damit als zählebiger als erhofft.

Banxico verfolgt einen Inflationszielkorridor von 3%, plus oder minus einem Prozentpunkt. Die Zentralbank erwartet, dass die Rate erst im zweiten Quartal 2027 den angestrebten Wert von genau 3% erreichen wird – ein langer Weg, der die Geldpolitik noch über Jahre beeinflussen dürfte.

Lockerungszyklus vorerst beendet

Im vergangenen Monat beendete Banxico ihren über zweijährigen geldpolitischen Lockerungszyklus. In einer uneinigen Entscheidung, die die divergierenden Meinungen innerhalb der Zentralbank über die Inflationstrends widerspiegelte, senkte sie den Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,50%. Als Begründung nannte die Institution unter anderem Inflationssorgen im Zusammenhang mit den Auswirkungen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran sowie eine schwächelnde Wirtschaft.

Trotz des stärker als erwarteten Inflationsrückgangs rechnen Marktbeobachter nicht mit einer baldigen weiteren Zinssenkung. „Der Leitzins dürfte in absehbarer Zukunft bei 6,50% bleiben", erklärte Kimberley Sperrfechter, Analystin bei Capital Economics. Die Kombination aus hartnäckiger Kerninflation und geopolitischen Unsicherheiten lässt der Zentralbank wenig Spielraum für weitere Lockerungsschritte.

Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Mexiko-Exposure ist die Entwicklung relevant: Ein stabiles, aber noch nicht vollständig kontrolliertes Inflationsumfeld in Mexiko beeinflusst sowohl die Währungsstabilität des mexikanischen Peso als auch die Investitionsbedingungen in der Region. Die Entwicklung der Kerndienstleistungspreise bleibt dabei der entscheidende Indikator für den weiteren geldpolitischen Kurs von Banxico.

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