Moody's senkt Ausblick für Blue Owl Kreditfonds auf negativ
Hohe Rückgabewünsche der Anleger beim 36-Milliarden-Dollar-Fonds veranlassen die Ratingagentur zur Abstufung des Ausblicks.

Die Ratingagentur Moody's hat am späten Dienstag den Ausblick für den Blue Owl Credit Income Fund auf negativ gesenkt. Auslöser sind ungewöhnlich hohe Rückgabewünsche von Anlegern beim 36 Milliarden Dollar schweren Fonds. Das bestehende Baa2-Investment-Grade-Rating bleibt vorerst unangetastet, steht aber unter erhöhtem Druck.
Konkret hatten Anleger zum Ende des ersten Quartals die Rückzahlung von 22 Prozent ihres investierten Kapitals gefordert. Blue Owl Credit Income deckte die Rücknahmen jedoch bei 5 Prozent – ein in der Branche übliches Instrument, um einen unkontrollierten Kapitalabfluss zu verhindern. Diese sogenannte Rücknahme-Deckelung schützt den Fonds vor einem Liquiditätsengpass, signalisiert aber gleichzeitig erhebliches Anlegerunbehagen.
Näher an der Grenze zum Junk-Bereich
Die Ausblick-Änderung rückt den Blue Owl-Fonds näher an die unterste Stufe des Investment-Grade-Bereichs heran. Baa2 liegt nur eine Stufe über Baa3 – und Baa3 ist bereits die letzte Bewertungsstufe, bevor ein Rating in den spekulativen Bereich, umgangssprachlich als „Junk" bezeichnet, abrutscht. Für institutionelle Investoren und viele regulierte Anleger ist die Grenze zwischen Investment Grade und Junk entscheidend, da sie häufig vorschreibt, in welche Wertpapiere investiert werden darf.
Blue Owl Credit Income ist eine sogenannte Business Development Company (BDC) – ein in den USA verbreitetes Vehikel, das Kredite an mittelständische Unternehmen vergibt und dabei nicht an einer Börse notiert ist. Solche Fonds sind auf gute Ratings angewiesen, um sich über Anleihen und Schuldverschreibungen kostengünstig zu refinanzieren. Ein Abrutschen in den Junk-Bereich würde die Finanzierungskosten erheblich verteuern.
Milliarden über Anleihen eingesammelt – Fälligkeit im September
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Zur AktienanalyseÜber diesen Weg hat Blue Owl Credit Income in den vergangenen Jahren Finanzierungsmittel in Milliardenhöhe generiert. Besonders brisant: Verbindlichkeiten in Höhe von 350 Millionen Dollar werden bereits im September fällig. Angesichts des negativen Ausblicks und der angespannten Rückgabesituation steht das Unternehmen unter Druck, diese Refinanzierung zu stemmen.
Der Fall Blue Owl verdeutlicht ein strukturelles Risiko bei nicht börsennotierten Kreditfonds: Wenn viele Anleger gleichzeitig aussteigen wollen, können Rücknahme-Obergrenzen zwar kurzfristig Schlimmeres verhindern – sie signalisieren dem Markt jedoch, dass das Vertrauen in den Fonds schwindet. Für deutsche Privatanleger, die in ähnliche alternative Kreditprodukte investiert sind, ist dies ein mahnendes Beispiel für die Bedeutung von Liquiditätsrisiken bei illiquiden Anlageklassen.


