Munich Re erhöht Gewinnprognose
Großschäden geringer als erwartete, solides drittes Quartal

Die Munich Re, der weltweit führende Rückversicherer, korrigiert ihre Gewinnprognose für das aktuelle Jahr deutlich nach oben. Anstatt der zuvor geschätzten 4,0 Milliarden Euro erwartet das Unternehmen jetzt ein Nettoergebnis von 4,5 Milliarden Euro. Dies stellt eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar, in dem sie 3,4 Milliarden Euro erwirtschafteten.
Hauptgründe für diese optimistische Neubewertung sind geringere Großschäden als ursprünglich erwartet sowie bessere Ergebnisse im Bereich Leben und Gesundheit. Diese erfreulichen Nachrichten wurden am Montag offiziell vom Unternehmen bekannt gegeben, wobei detaillierte Zahlen für den 8. November angekündigt sind.
Schon in der ersten Jahreshälfte zeigte die Munich Re solide Geschäftsergebnisse. Ein stetig wachsender Bedarf an Versicherungsschutz bei den Erstversicherern traf auf ein stabiles Angebot, wie Vorständin Clarisse Kopff in einem kürzlich geführten Mediengespräch erklärte. Derzeit finden in Baden-Baden Verhandlungen zwischen Rückversicherern und ihren Kunden statt, um die Vertragspreise für das kommende Jahr festzulegen.
Das aktuelle Marktumfeld ist durch eine hohe Inflation und steigende Schadenkosten geprägt, was zu höheren Prämien führt. Dieser Trend spielt den Rückversicherern in die Hände und war schon in den Anfängen dieses Jahres abzusehen.
Nach vorläufigen Zahlen für das dritte Quartal konnte die Munich Re 1,2 Milliarden Euro einnehmen, was über den durchschnittlichen Analystenerwartungen von 1,131 Milliarden Euro liegt. Ein Hauptgrund für diesen Überschuss sind geringere Großschäden im Bereich Schaden- und Unfallversicherung als ursprünglich erwartet.
Das dritte Quartal steht normalerweise im Zeichen schwerer Stürme über dem Atlantik, die in der Vergangenheit in den USA, der Karibik und im Golf von Mexiko zu erheblichen finanziellen Verlusten für Rückversicherer geführt haben. Dieses Jahr waren die Schäden jedoch geringer als erwartet. Dennoch ist Vorsicht geboten, da in den kommenden Wochen weiterhin schwere Hurrikans erwartet werden. Die Munich Re hat deshalb ihre Prognose unter Vorbehalt gestellt.
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Zur AktienanalyseIn Bezug auf die Rückversicherung im Bereich Leben und Gesundheit übertraf die Munich Re im dritten Quartal die jährliche Prognose. In den letzten Jahren wurde dieser Bereich jedoch durch die Auswirkungen der Coronapandemie belastet. Trotz der insgesamt positiven Nachrichten für das Mutterunternehmen erzielte die Erstversicherungstochter Ergo im dritten Quartal aufgrund von Naturkatastrophenschäden ein schwächeres Ergebnis als in den beiden vorherigen Quartalen.
In puncto Aktienkurs hat die Munich Re dieses Jahr bereits erheblich zugelegt. Vor kurzem näherte sich der Kurs einem Allzeithoch von 391 Euro, das vor fast einem Vierteljahrhundert erreicht wurde. Trotz der jüngsten DAX-Schwäche blieb die Aktie der Munich Re mit 369,50 Euro robust und gehörte am Montag zu den wenigen Gewinnern auf einem insgesamt schwachen Markt.


