Nasdaq unter Druck: DeepSeeks KI-Chip erschüttert Chip-Aktien
Ein Bericht über DeepSeeks eigenen KI-Chip belastet Nvidia und Speicherchiphersteller – der Nasdaq dürfte schwächer eröffnen.

Der Nasdaq steht am Dienstag vor einem schwachen Handelsstart. Sinkende Chip-Aktien belasten die Stimmung, nachdem ein Bericht über das chinesische Startup DeepSeek die Märkte aufgeschreckt hat. Anleger hinterfragen zunehmend die Tragfähigkeit der KI-getriebenen Kursrally – und das trotz starker Quartalszahlen von Samsung.
Reuters berichtete, dass DeepSeek einen eigenen KI-Chip entwickelt. Dieser Schritt könnte die Abhängigkeit des chinesischen Unternehmens von Chips der US-amerikanischen Firma Nvidia sowie des chinesischen Technologieriesen Huawei deutlich verringern. Die Nachricht trifft den Markt zu einem sensiblen Zeitpunkt, da KI-Infrastruktur und die damit verbundenen Halbleiterwerte in den vergangenen Monaten zu den wichtigsten Kurstreibern an der Wall Street zählten.
Nvidia und Speicherchiphersteller unter Verkaufsdruck
Nvidia verlor im vorbörslichen Handel rund 1,5 Prozent. Der Grafikkartenhersteller gilt als einer der größten Profiteure des globalen KI-Booms und beliefert zahlreiche Rechenzentren und KI-Unternehmen weltweit mit leistungsstarken Beschleunigerprozessoren. Eine mögliche Eigenentwicklung durch DeepSeek würde dieses Geschäftsmodell zumindest teilweise in Frage stellen.
Noch deutlicher fielen die Verluste bei den Speicherchipherstellern aus. Micron Technology büßte im vorbörslichen Handel 4,7 Prozent ein, während Western Digital sogar um 6,3 Prozent nachgab. Beide Unternehmen gelten als wichtige Zulieferer für KI-Infrastruktur und reagieren besonders empfindlich auf Nachrichten, die die Nachfrage nach Halbleitern grundsätzlich in Frage stellen könnten.
DeepSeek als wachsende Herausforderung für US-Chipkonzerne
DeepSeek hat in den vergangenen Monaten international für Aufsehen gesorgt. Das chinesische Unternehmen gilt als einer der ambitioniertesten KI-Entwickler außerhalb der USA und hat bereits mit leistungsstarken Sprachmodellen auf sich aufmerksam gemacht. Die Meldung, dass DeepSeek nun auch eigene Chips entwickelt, unterstreicht den strategischen Anspruch Chinas, in der gesamten KI-Wertschöpfungskette unabhängiger von westlicher Technologie zu werden.
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Zur AktienanalyseFür Anleger stellt sich damit eine grundsätzliche Frage: Wie nachhaltig ist die KI-Rally, wenn wichtige Abnehmer beginnen, eigene Chip-Lösungen zu entwickeln? Die starken Quartalszahlen von Samsung konnten die Verunsicherung am Markt zumindest am Dienstag nicht kompensieren. Der südkoreanische Technologiekonzern hatte mit seinen Ergebnissen eigentlich positive Signale für die Halbleiterbranche gesetzt.
Die Entwicklungen zeigen, wie sensibel der Markt auf jede Nachricht reagiert, die das Wachstumspotenzial der KI-Infrastruktur berührt. Für deutsche Privatanleger, die in US-Technologiewerte oder entsprechende ETFs investiert sind, bleibt die Lage damit weiterhin volatil und beobachtungswürdig.


