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Ölpreise fallen deutlich nach geopolitischen Entwicklungen

Nachlassende Nahost-Risiken und Ukraine-Konflikt beeinflussen den Markt

Ölpreise fallen deutlich nach geopolitischen Entwicklungen

Die Ölpreise sind am Freitag um mehr als zwei US-Dollar pro Barrel gefallen und verzeichneten einen wöchentlichen Rückgang. Investoren reagierten auf die abnehmende Risikoprämie im Zusammenhang mit geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie auf Unsicherheiten hinsichtlich eines möglichen Friedensabkommens in der Ukraine. Der Preis für Brent-Rohöl fiel um 2,05 US-Dollar oder 2,68 Prozent auf 74,43 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) um 2,08 US-Dollar oder 2,87 Prozent auf 70,40 US-Dollar pro Barrel sank. Brent verzeichnete auf Wochenbasis einen Rückgang von 0,4 Prozent, während die US-Rohöl-Futures einen wöchentlichen Verlust von 0,5 Prozent auswiesen.

Analysten sehen die nachlassende Risikoprämie im Nahen Osten als einen entscheidenden Faktor für den Preisrückgang, da die Waffenruhe im Gazastreifen weiterhin Bestand hat. Zudem beeinflussten Berichte über die Entdeckung eines neuen Coronavirus in Fledermäusen durch Forscher des Wuhan Institute of Virology in China den Markt. Nach dem Bekanntwerden dieser Meldung rutschten die Ölpreise um etwa zwei US-Dollar pro Barrel ab.

Die Veröffentlichung der US-Rohöllagerbestände durch die Energy Information Administration (EIA) am Donnerstag zeigte einen Anstieg der Vorräte. Dies ist vor allem auf saisonale Wartungsarbeiten in Raffinerien zurückzuführen, die zu einer geringeren Verarbeitung führten. Gleichzeitig ging die Nachfrage nach Benzin und Destillaten zurück, was ebenfalls Druck auf die Preise ausübte.

US-Energiekonzerne steigerten in dieser Woche zum vierten Mal in Folge die Anzahl aktiver Bohrinseln für Öl- und Erdgasförderung. Laut dem Energiedienstleister Baker Hughes nahm die Zahl der Bohrinseln in den Vereinigten Staaten um vier auf insgesamt 592 zu. Diese Entwicklung gilt als Indikator für eine zukünftige Ausweitung der Ölförderung.

Gleichzeitig beobachteten Händler mögliche Störungen in der Öllieferkette. Russland teilte mit, dass die Ölflüsse des Caspian Pipeline Consortium (CPC), einer wichtigen Exportroute für kasachisches Rohöl, am Dienstag aufgrund eines ukrainischen Drohnenangriffs auf eine Pumpstation um 30 bis 40 Prozent reduziert wurden. Dennoch blieben die Öltransporte aus dem kasachischen Tengiz-Ölfeld über die CPC-Pipeline unbeeinträchtigt, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Tengizchevroil berichtete.

Kasachstan förderte trotz der Beschädigungen an der Exportroute über Russland rekordhohe Mengen an Rohöl. Branchenquellen bestätigten die Rekordförderung, konnten jedoch keine genauen Angaben dazu machen, wie das Land dies ermöglichen konnte.

Die geopolitische Lage in der Ukraine blieb ein wesentlicher Faktor für die Marktbewegungen. Analysten betonten, dass der ukrainische Drohnenangriff auf die russische Infrastruktur die Rohölpreise unterstützte. Zudem erwarten Marktteilnehmer, dass die OPEC+ ihre geplanten Produktionskürzungen weiter verzögert, da die Rohölpreise unter der Marke von 80 US-Dollar pro Barrel bleiben.

Unterdessen verschärfte sich die diplomatische Spannung zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Selenskyj kritisierte Verhandlungen zwischen den USA und Russland über ein Friedensabkommen, die ohne die Beteiligung Kiews geführt wurden. Trump wiederum machte die Ukraine für den dreijährigen Konflikt verantwortlich, was die Spannungen weiter verstärkte. Nach einem Treffen mit Trumps Ukraine-Gesandtem am Donnerstag erklärte Selenskyj jedoch, dass die Ukraine bereit sei, zügig an einem Abkommen mit den USA über Investitionen und Sicherheitsgarantien zu arbeiten. Laut Analysten interpretierten die Märkte Trumps Haltung als Möglichkeit einer Lockerung der Sanktionen gegen Russland, was die Erwartungen an eine verstärkte russische Ölförderung und einen steigenden Angebotsdruck auf dem Markt schürte.

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