Ölpreise sinken nach schwachen Daten aus China
Gewinnmitnahmen und geopolitische Risiken beeinflussen den Markt zusätzlich

Ölpreise sind am Montag nach zuvor mehrwöchigen Höchstständen gesunken, was auf schwächere als erwartete Konsumausgaben in China, dem weltweit größten Ölimporteur, zurückzuführen ist. Die Brent-Rohöl-Futures fielen um 60 Cent oder 0,81 % auf 73,89 US-Dollar pro Barrel, nachdem sie am Freitag auf dem höchsten Stand seit dem 22. November geschlossen hatten. Die US-amerikanischen West Texas Intermediate (WTI) Rohöl-Futures sanken um 70 Cent oder 0,98 % auf 70,59 US-Dollar, nachdem sie in der vorherigen Sitzung ihr höchstes Niveau seit dem 7. November erreicht hatten.
Chinas industrielle Produktion verzeichnete im November ein leichtes Wachstum, jedoch blieben die Einzelhandelsumsätze hinter den Erwartungen zurück. Dies erhöht den Druck auf die chinesische Regierung, die Wirtschaft mit zusätzlichen Konjunkturmaßnahmen zu stützen, die weiterhin durch Handelszölle der USA unter der zweiten Trump-Administration belastet wird. Laut Giovanni Staunovo, Analyst bei UBS, drücken die enttäuschenden chinesischen Wirtschaftsdaten auf die Rohölpreise, während Marktteilnehmer auf Hinweise der chinesischen Behörden zu geplanten wirtschaftlichen Stimulierungsmaßnahmen warten.
Der schleppende Konsum in China war auch ein Faktor bei der Entscheidung der OPEC+, ihre geplanten Produktionssteigerungen auf April zu verschieben. John Evans von der Ölhandelsfirma PVM erklärte, dass trotz Konjunkturmaßnahmen die Verbraucher wenig Vertrauen zeigten und ohne grundlegende Veränderungen im Konsumverhalten Chinas wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigt bleiben werde.
Neben den schwachen chinesischen Daten wurde der Markt durch Gewinnmitnahmen belastet. Tony Sycamore, Marktanalyst bei IG, merkte an, dass es nach einem Preisanstieg von mehr als 6 % in der Vorwoche zu leichten Gewinnmitnahmen kommen könnte. Viele Banken und Fonds hätten ihre Bücher für das Jahr bereits geschlossen, was die Handelsaktivität in der Ferienzeit reduziere.
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Zur AktienanalyseEin weiterer Schwerpunkt liegt auf der bevorstehenden Entscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die diese Woche eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte ankündigen könnte. Niedrigere Zinsen können das Wirtschaftswachstum ankurbeln und die Nachfrage nach Rohöl steigern. Gleichzeitig begrenzten geopolitische Risiken wie mögliche neue US-Sanktionen gegen Russland und Iran den Preisrückgang. Die US-Finanzministerin Janet Yellen erwähnte mögliche Maßnahmen gegen "dunkle Flotten"-Tanker sowie chinesische Banken, um die Öleinnahmen Russlands im Ukraine-Krieg einzudämmen. Bereits bestehende Sanktionen gegen den iranischen Ölhandel haben die Preise für iranisches Rohöl auf ein Mehrjahreshoch getrieben, während die kommende Trump-Regierung erwartet wird, den Druck auf den Iran weiter zu erhöhen.


