Ölpreise stabil in unsicherer Marktlage
Chinesische Nachfrage und Fed-Politik prägen den globalen Rohstoffmarkt

Die Ölpreise blieben am Freitag weitgehend unverändert, während die Märkte die Nachfrageentwicklung in China und die Erwartungen an Zinssenkungen in den USA abwogen. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 6 Cent auf 72,94 US-Dollar pro Barrel, während die US-Sorte West Texas Intermediate um 8 Cent auf 69,46 US-Dollar pro Barrel zulegte. Beide Benchmarks schlossen die Woche mit einem Rückgang von etwa 2,5 Prozent ab.
Der US-Dollar gab von seinem Zweijahreshoch nach, befand sich jedoch auf dem Weg zu einer dritten Woche in Folge mit Kursgewinnen. Die Abschwächung der Inflation in den USA, die im November festgestellt wurde, hatte maßgeblichen Einfluss auf diese Entwicklung. Zwei Tage zuvor hatte die Federal Reserve die Leitzinsen gesenkt, ihre Prognose für weitere Zinssenkungen im kommenden Jahr jedoch zurückgenommen. Ein schwächerer Dollar macht Rohöl für Inhaber anderer Währungen günstiger, während Zinssenkungen die Nachfrage nach Öl ankurbeln könnten.
Analysten äußerten sich zur aktuellen Marktlage. John Kilduff von Again Capital in New York wies darauf hin, dass die Sorgen um die Geldpolitik der Fed nachgelassen hätten. Gleichzeitig bestehe weiterhin Unsicherheit hinsichtlich der globalen Ölnachfrage, insbesondere in Bezug auf China. Die staatliche chinesische Raffinerie Sinopec prognostizierte in ihrem jährlichen Energieausblick, dass die Rohölimporte Chinas bereits 2025 ihren Höhepunkt erreichen könnten. Auch der Gesamtverbrauch von Öl im Land soll bis 2027 seinen Höhepunkt erreichen, da die Nachfrage nach Diesel und Benzin abnimmt.
OPEC+ setzt weiterhin auf disziplinierte Angebotspolitik, um die Preise zu stabilisieren. Die Organisation hat ihre Wachstumsprognose für die weltweite Ölnachfrage im Jahr 2024 zum fünften Mal in Folge nach unten korrigiert. JPMorgan erwartet, dass sich der Ölmarkt von einem Gleichgewicht im Jahr 2024 zu einem Überschuss von 1,2 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2025 entwickeln könnte. Dieser Überschuss wird auf eine Zunahme des Angebots außerhalb der OPEC+ um 1,8 Millionen Barrel pro Tag zurückgeführt.
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Zur AktienanalyseG7-Länder prüfen derzeit Maßnahmen, um die Preisobergrenze für russisches Öl weiter zu verschärfen, etwa durch ein Verbot oder eine Absenkung der Preisgrenze. Russland umgeht die seit 2022 geltende 60-Dollar-Obergrenze mit einer sogenannten „Schattenflotte“ von Schiffen, die von EU und Großbritannien mit neuen Sanktionen ins Visier genommen wurde. Der designierte US-Präsident Donald Trump drohte der EU unterdessen mit Zöllen, falls diese nicht bereit sei, durch vermehrte Öl- und Gasimporte das Handelsdefizit mit den USA zu verringern.


