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Ölpreise steigen fünften Tag in Folge

Neue US-Zölle auf Venezuela-Importe schüren Sorgen über weltweite Angebotsverknappung

Ölpreise steigen fünften Tag in Folge

Die Ölpreise sind am Dienstag den fünften Handelstag in Folge gestiegen. Grund dafür sind Sorgen über eine Verknappung des weltweiten Angebots, nachdem die Vereinigten Staaten neue Zölle auf Länder angekündigt haben, die Erdöl aus Venezuela importieren. Die Sorte Brent verteuerte sich um 27 Cent auf 73,27 US-Dollar pro Barrel. Der Preis für US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 26 Cent auf 69,37 US-Dollar.

Bereits in der vorangegangenen Handelssitzung hatten beide Referenzsorten um mehr als ein Prozent zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Importabgabe in Höhe von 25 Prozent auf Öl- und Gaslieferungen aus Venezuela angekündigt hatte. Venezuela ist stark vom Erdölexport abhängig. Der wichtigste Abnehmer des Landes ist China, das bereits von anderen US-Zöllen betroffen ist.

Analysten der ING erklärten, dass diese Maßnahmen zu einer spürbaren Verknappung des globalen Ölangebots führen könnten. Neben Öl hätten auch andere risikobehaftete Anlageklassen von den Signalen profitiert, dass die US-Regierung bei den für den 2. April geplanten Vergeltungszöllen einen gezielteren Ansatz verfolgen könnte.

Ein Volkswirt des NLI Research Institute sagte, Investoren hätten einerseits Angst, dass Trumps Zölle das Wirtschaftswachstum bremsen und die Nachfrage nach Öl dämpfen könnten. Andererseits erschwere die Aussicht auf schärfere Sanktionen gegen venezolanisches und iranisches Öl, in Verbindung mit unvorhersehbaren politischen Kurswechseln, größere Positionierungen am Markt. Er rechne damit, dass der WTI-Preis im restlichen Jahr bei etwa 70 US-Dollar verbleibe, mit möglichen saisonalen Aufschlägen während der Fahrsaison in den USA und anderen Ländern.

In der vergangenen Woche hatten die Vereinigten Staaten neue Sanktionen gegen iranische Ölexporte verhängt. Zudem verlängerte die US-Regierung am Montag eine Frist bis zum 27. Mai für den Ölkonzern Chevron, seine Geschäfte in Venezuela einzustellen. Nach Einschätzung von Analysten der ANZ könnte der Rückzug des Unternehmens die dortige Förderung um rund 200.000 Barrel pro Tag reduzieren.

Präsident Trump kündigte zusätzlich an, bald auch Zölle auf Automobile erheben zu wollen. Gleichzeitig ließ er erkennen, dass nicht alle angedrohten Maßnahmen wie geplant am 2. April in Kraft treten würden. Einige Länder könnten Ausnahmen erhalten. Diese Signale wurden an den Finanzmärkten als Zeichen einer gewissen Flexibilität aufgenommen.

Unterdessen will das Öl-Kartell OPEC+ voraussichtlich im Mai zum zweiten Mal in Folge die Produktion anheben. Vier mit der Sache vertraute Personen bestätigten, dass an diesem Plan festgehalten werden soll, da die Preise stabil seien und einige Mitgliedstaaten ihre zuvor zu hohen Fördermengen ausgleichen müssten.

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