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Ölpreis steigt: US-Iran-Spannungen und indische Nachfrage treiben Brent auf 69 Dollar

Geopolitische Risiken und veränderte Handelsströme stützen die Notierungen am Ölmarkt.

Die Ölpreise haben am Mittwochmorgen zugelegt und profitieren von anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sowie einer steigenden Nachfrage aus Indien. Brent-Rohöl verteuerte sich um 0,80 Prozent auf 69,35 Dollar je Barrel, während die US-Sorte WTI um 0,89 Prozent auf 64,53 Dollar kletterte.

"Öl behält ein bullisches Tail-Risk-Gebot bei, da die Gespräche zwischen den USA und dem Iran zwar andauern, aber fragil bleiben", erklären Analysten von LSEG. Die Unsicherheit über die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert werden, sorgt für eine anhaltende Risikoprämie. Verschärft wird die Lage durch Sanktionsdrohungen und die verstärkte US-Militärpräsenz in der Region.

US-Präsident Donald Trump erwägt nach eigenen Angaben die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers in den Nahen Osten, während gleichzeitig Verhandlungen mit Teheran laufen. Die Gespräche im Oman vergangene Woche hatten zunächst Hoffnungen geweckt, doch die Drohkulisse bleibt bestehen. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums bezeichnete die Atomgespräche als Gelegenheit, "die Ernsthaftigkeit Washingtons einzuschätzen".

Indien dreht Russland den Hahn zu

Zusätzlichen Auftrieb erhalten die Ölpreise durch veränderte Handelsströme aus Indien. Indische Raffinerien reduzieren ihre Käufe von russischem Öl, um die Regierung in Neu-Delhi beim Abschluss eines Handelsabkommens mit Washington zu unterstützen. Stattdessen erhöhen sie ihre Bezüge aus dem Nahen Osten und Westafrika deutlich. "Da sich die auf dem Wasser befindlichen Ölmengen wieder auf ein normales Niveau einpendeln und die Nachfrage in Indien steigt, dürften die Ölpreise kurzfristig unterstützt bleiben", sagt Xavier Tang, Marktanalyst bei Vortexa.

Der Markt absorbiert zudem einen Teil der Überschussmengen aus dem vierten Quartal 2024, was das Überangebot verringert. Händler warten nun auf die wöchentlichen US-Lagerdaten der Energy Information Administration am Mittwoch. Von Reuters befragte Analysten erwarten einen Anstieg der Rohölvorräte um rund 800.000 Barrel, während die Bestände an Destillaten und Benzin voraussichtlich sinken werden.

Lagerbestände im Fokus

Das American Petroleum Institute meldete bereits am Dienstag einen deutlichen Anstieg der US-Rohölvorräte um 13,4 Millionen Barrel in der Woche bis zum 6. Februar. Diese Zahlen könnten die Preise kurzfristig unter Druck setzen, doch die geopolitischen Risiken dominieren derzeit das Marktgeschehen. Solange die Spannungen zwischen Washington und Teheran anhalten und die Militärpräsenz in der Golfregion hoch bleibt, dürfte die Risikoprämie im Ölpreis bestehen bleiben.

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