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Ölpreise brechen ein: Iran-USA-Entspannung beendet Rallye

Brent-Öl fällt um 5 Prozent auf 66 Dollar, nachdem Teheran Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Ölpreise brechen ein: Iran-USA-Entspannung beendet Rallye

Die Ölmärkte reagieren mit deutlichen Kursverlusten auf die überraschende Entspannung im Konflikt zwischen den USA und Iran. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl aus der Nordsee sackte um rund fünf Prozent auf knapp 66 Dollar ab. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um mehr als vier Prozent.

Irans Präsident Massud Peseschkian zeigte sich am Wochenende zu Gesprächen mit Washington bereit. "Wir haben niemals einen Krieg angestrebt und streben auch jetzt keinen an", erklärte Peseschkian. Diese Äußerungen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt, nachdem die Spannungen zwischen beiden Ländern die Ölpreise wochenlang nach oben getrieben hatten.

US-Präsident Donald Trump hatte den Druck zuvor mit der Entsendung weiterer Kriegsschiffe Richtung Iran erhöht. "Hoffentlich werden wir einen Deal machen", sagte Trump im Weißen Haus. Mehrfach hatte er mit militärischen Eingriffen gedroht, sollte Teheran sein Atomprogramm nach den Luftangriffen auf iranische Atomanlagen im Juni wieder aufnehmen.

Versorgungsängste trieben Preise auf Sechsmonatshoch

Die anhaltenden Spekulationen über einen möglichen Militärschlag hatten Ängste vor Versorgungsengpässen geschürt. Iran gehört zu den sechs größten Ölproduzenten weltweit und verfügt über die drittgrößten nachgewiesenen Ölreserven. Vor dem Wochenende hatte Brent-Öl noch über 70 Dollar gekostet – der höchste Stand seit einem halben Jahr.

Trotz der jüngsten Preisrückgänge hält das OPEC+-Kartell an seiner restriktiven Förderpolitik fest. Die acht beteiligten Länder – Saudi-Arabien, Russland, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kasachstan, Kuwait, Irak, Algerien und Oman – einigten sich am Sonntag darauf, die Förderbremse auch im März beizubehalten.

Bemerkenswert ist das Fehlen eines konkreten Fahrplans über den März hinaus. "Angesichts der wachsenden Unsicherheit im Zusammenhang mit Iran hält sich die Gruppe alle Optionen offen", analysiert Jorge Leon von Rystad Energy. Interne OPEC-Daten deuten zudem auf eine schwächere Nachfrage im zweiten Quartal hin.

Produktionsausfälle stützen Preise

Zusätzlichen Einfluss auf die Preisentwicklung haben anhaltende Angebotsausfälle. In Kasachstans größtem Ölfeld läuft die Wiederaufnahme der Produktion langsamer als erwartet. Insider berichten, dass bis zum 7. Februar erst die Hälfte der Produktionsleistung wiederhergestellt sein soll. Auch das Ausmaß der Produktionsunterbrechungen in den USA nach dem jüngsten Wintersturm bleibt unklar.

Für Anleger bedeutet die aktuelle Entwicklung eine deutliche Entspannung der geopolitischen Risiken. Die Ölpreise hatten in den vergangenen Wochen vor allem aufgrund der Iran-Krise zugelegt und damit auch die Inflation befeuert. Eine nachhaltige Deeskalation könnte sowohl den Energiemärkten als auch den Aktienmärkten zugutekommen.

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