Pfund steigt trotz Greenback-Erholung – Dollar findet neue Unterstützung
Das britische Pfund legt gegenüber dem US-Dollar leicht zu, während nachlassende Yen-Interventionen und starke US-Produktionsdaten den Greenback stützen.

Das britische Pfund notierte am Dienstag fester gegenüber dem US-Dollar. Um 04:50 Uhr ET (08:50 Uhr MEZ) stieg das Währungspaar GBP/USD auf 1,3440 – ein Plus von 0,07 Prozent gegenüber dem Vortag. Der Euro blieb dagegen nahezu unverändert: EUR/USD wurde bei 1,1509 gehandelt, was einem minimalen Anstieg von 0,01 Prozent entspricht.
Der US-Dollar fand Unterstützung durch zwei zusammenlaufende Kräfte. Zum einen scheint eine groß angelegte Interventionsrunde der Bank of Japan beim japanischen Yen ihren Lauf genommen zu haben, wodurch ein wesentlicher Belastungsfaktor für den Greenback wegfällt. Zum anderen überraschte der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe am Montag positiv – insbesondere der Beschäftigungs-Subindex verzeichnete starke Zuwächse.
Positionierung im Dollar normalisiert sich
ING-Stratege Francesco Pesole erklärt den stabileren Ton des Dollars mit einer deutlichen Normalisierung der spekulativen Positionierung. „Das Positionierungsbild für den USD ist heute wahrscheinlich ausgeglichener als noch vor einer Woche", sagte Pesole. Er verwies darauf, dass die Netto-Long-Wetten auf den Dollar am Tag der Fed-Sitzung im Juli fast 26 Prozent des Open Interest ausmachten – der am stärksten überkaufte Wert seit Mai 2019 – bevor es in der vergangenen Woche zur Auflösung dieser Positionen kam.
Pesole betonte zudem: „Weitere USD-Verluste von diesem Niveau aus erfordern ein überzeugenderes makroökonomisches Argument." Damit rückt der Fokus der Märkte klar auf die bevorstehenden US-Arbeitsmarktdaten.
Arbeitsmarktdaten im Fokus der Märkte
Der kurzfristige Kalender konzentriert sich nun vollständig auf den US-Arbeitsmarkt. Für die am Dienstag anstehenden JOLTS-Stellenangebote für Juni wird ein Rückgang auf unter 7,5 Millionen erwartet. Am Mittwoch folgen die ADP-Privatbeschäftigtenzahlen, bevor am Freitag der mit Spannung erwartete Non-Farm-Payrolls-Bericht erscheint. Der Marktkonsens liegt hier bei einer Schätzung von 80.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft.
Die Märkte preisen derzeit eine Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve im September mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent ein. Weder die ISM-Daten noch der aktuelle Konsens für die Beschäftigtenzahlen deuten laut ING auf die taubenhafte Neueinschätzung hin, die notwendig wäre, um erneute Dollar-Verkäufe zu rechtfertigen. Dies hält die Fed-Vertreter im Vorfeld der Daten in einer weitgehend neutralen Haltung.
Pfund folgt Dollar-Narrativ, Euro leicht überbewertet
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Zur AktienanalyseDie Stabilität des britischen Pfunds ist kaum auf spezifische Faktoren aus dem Vereinigten Königreich zurückzuführen. In der aktuellen Sitzung sind keine größeren innenpolitischen oder geldpolitischen Katalysatoren erkennbar. Das Pfund folgt damit faktisch dem allgemeinen Narrativ des US-Dollars. Händler warten zwar auf Signale bezüglich der datenabhängigen Haltung der Bank of England, finden im Nachrichtenfluss des Dienstags jedoch keine entsprechenden Hinweise.
Für den Euro zeigt das kurzfristige Fair-Value-Modell von ING, dass EUR/USD auf dem aktuellen Niveau mit rund 0,5 bis 1 Prozent leicht überbewertet ist. „EUR/USD benötigt Unterstützung durch eine günstige Verschiebung der kurzfristigen Zinsdifferenzen, um einen weiteren Sprung nach oben zu machen", so Pesole. Das Basisszenario von ING sieht vor, dass das Paar in dieser Woche aufgrund eines stärker unterstützten Dollars wieder unter 1,150 zurückfällt. Eine Rückkehr zu 1,140 wird nicht erwartet, es sei denn, die US-Arbeitsmarktzahlen überraschen deutlich nach oben.
ING behält bis zum Wochenende eine leicht optimistische Tendenz für den Dollar bei. Diese Einschätzung würde sich jedoch in Richtung einer erneuten Dollarschwäche verschieben, falls die Non-Farm Payrolls am Freitag den Konsens deutlich verfehlen sollten – was die Argumente für beschleunigte Lockerungserwartungen der Fed wiederbeleben würde.


