Pfund und Euro schwächeln trotz gemeinsamer Yen-Intervention von USA und Japan
Der US-Dollar behauptet sich überraschend stark, während GBP/USD um 0,15% auf 1,3462 fällt und Händler auf US-Arbeitsmarktdaten warten.

Das Britische Pfund und der Euro gerieten am Montag unter Druck, während sich der US-Dollar trotz einer seltenen gemeinsamen Devisenintervention der USA und Japans als widerstandsfähig erwies. GBP/USD fiel um 0,15% auf 1,3462, EUR/USD sank um 0,03% auf 1,1526. Die Stärke des Dollars überraschte viele Marktteilnehmer angesichts der außergewöhnlichen Umstände.
Die USA und Japan bestätigten koordinierte Dollar-Verkäufe zur Stützung des japanischen Yen. Schätzungen zufolge hat Tokio in den vergangenen drei Tagen zwischen 70 und 80 Milliarden US-Dollar veräußert – ein massiver Eingriff in den Devisenmarkt. Derartige gemeinsame Interventionen sind äußerst selten und gelten als starkes Signal der Währungspolitik beider Länder.
Dollar trotzt Interventionsdruck
„Theoretisch sollte der Dollar heute auf breiter Front schwächer tendieren", erklärte Chris Turner, Global Head of Markets bei ING, unter Verweis auf die Intervention und die niedrigeren Ölpreise. Letztere waren nach Berichten gefallen, wonach US-Präsident Donald Trump Verhandlungen gegenüber militärischen Maßnahmen gegen den Iran bevorzugt. „Die Argumente für einen anhaltenden Ausverkauf des Dollars müssen erst noch geliefert werden", fügte Turner hinzu.
Die Widerstandsfähigkeit des Dollars erklärt sich durch hartnäckige Zinserhöhungserwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve. Nach der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh in der Vorwoche hatten die Märkte kurzzeitig weniger als 10 Basispunkte für eine Straffung im September eingepreist. Eine hawkishe Neubewertung trieb diese Erwartung jedoch wieder auf 16 bis 17 Basispunkte nach oben. Zusätzlich halten sich die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen über 5,20%, und der Zinssatz für 30-jährige Hypotheken ist auf 6,75% gestiegen.
Arbeitsmarktdaten als entscheidender Faktor
Die Entwicklung des Dollars hängt in dieser Woche maßgeblich von den US-Arbeitsmarktdaten ab. Auf dem Kalender stehen die JOLTS-Stellenangebote am Dienstag, die ADP-Beschäftigungszahlen am Mittwoch sowie die Non-Farm Payrolls am Freitag. Der Marktkonsens liegt bei rund 75.000 bis 80.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Turner von ING kommentierte, dieser Wert sei „wahrscheinlich nicht schwach genug, um eine Zinserhöhung der Fed auszuschließen". Als erstes Datensignal der Woche dient der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Juli.
Der Rückgang des Pfunds war nicht auf spezifische britische Fundamentaldaten zurückzuführen. Am Montag gab es keine nennenswerten innenpolitischen oder politischen Impulse aus Großbritannien, sodass das Pfund fast ausschließlich der Dollardynamik folgte. ING sieht für den DXY-Dollarindex eine Unterstützung nahe 99,35/40. Ein Ausbruch zurück über die Marke von 100 würde das Pfund weiter leicht unter Druck setzen, wenngleich ohne eine Datenüberraschung kaum mit drastischen Bewegungen zu rechnen ist.
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Zur AktienanalyseEUR/USD enttäuscht trotz günstigem Umfeld
Besonders auffällig ist die Underperformance des Euro. Trotz solider Realwirtschaftsdaten aus der Eurozone in der Vorwoche, niedrigerer Ölpreise und massiver Dollarverkäufe aus Japan konnte EUR/USD nicht zulegen. ING-Analyst Turner vermutet, dass das US-Finanzministerium das Währungspaar EUR/JPY verkauft haben könnte, „um der US-Öffentlichkeit nicht erklären zu müssen, warum es den Dollar verkauft". Dabei griff Washington auf rund 13 Milliarden Dollar an auf Euro lautenden Devisenreserven des Exchange Stabilisation Fund zurück – eine Summe, die Turner im Vergleich zu den globalen Strömen als „kaum mehr als einen Tropfen auf den heißen Stein" bezeichnete.
Der strategische Pivot-Punkt von ING für EUR/USD liegt auf der Oberseite bei 1,1615/20 und auf der Unterseite bei 1,15. Die Fed-Entscheidung im September wird laut Analysten darüber entscheiden, welches Niveau zuerst nachgibt. Das Basisszenario von ING: Der DXY erholt sich in dieser Woche über 100, falls die Non-Farm Payrolls nahe dem Konsens liegen. Erst ein Wert von unter 50.000 neu geschaffenen Stellen würde die bärische Einschätzung für den Dollar wesentlich verändern.


