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Polen braucht Raketenabwehr – Lambrecht will helfen

Deutsches Steuergeld für Patriot-Verteidigungssystem?

Polen braucht Raketenabwehr – Lambrecht will helfen

Polen braucht ein Patriot-Verteidigungssystem, und Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) will helfen. Der Raketeneinschlag nahe der ukrainischen Grenze, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, ist der Grund dafür. Gegenüber der Düsseldorfer Rheinischen Post und dem Bonner General-Anzeiger sagte die Ministerin: "Wir haben uns bereit erklärt, Polen bei der Sicherung seines Luftraums zu helfen - mit unseren Eurofightern und mit Patriot-Luftabwehrsystemen."

Deutschland unterstützt die Slowakei bereits mit den Kampfjets und dem Luftverteidigungssystem, fuhr sie fort. Diese Präsenz soll "vielleicht sogar über" das Ende des Jahres 2023 hinaus fortgesetzt werden.

Am 15. November schlug eine Rakete in der polnischen Siedlung Przewodow ein, die nur sechs Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt ist. Zwei Zivilisten kamen dabei ums Leben. Der Westen ist derzeit der Meinung, dass es sich um eine Flugabwehrrakete handelte, die von der Ukraine abgefeuert wurde.

Volodymyr Selenskyy, der Präsident der Ukraine, hat bisher darauf bestanden, dass es sich um eine russische Rakete handelte. Er fügte jedoch den Vorbehalt hinzu, dass er nicht mit Sicherheit sagen könne, was passiert sei.

Als Folge dieses Vorfalls, so Lambrecht, müsse die Allianz ihre Luftverteidigung stärken. Dies gelte insbesondere für NATO-Verbündete wie Polen, die Slowakei und die baltischen Staaten, die direkt an Russland und die Ukraine grenzen.

Die Verteidigungsministerin sagte in demselben Interview, dass die Bundeswehr jetzt Ausnahmeregelungen im europäischen Beschaffungsrecht nutzt, um die Materialbeschaffung zu beschleunigen. "Wir müssen den Beschaffungsprozess beschleunigen. Anstatt Jahre damit zu verbringen, unsere eigenen Spitzenlösungen zu entwickeln, werden wir mehr von dem kaufen, was bereits auf dem Markt ist und mit unseren Partnern getestet wurde."

Außerdem, so fügte er hinzu, sind zeitaufwändige Ausschreibungen nicht mehr notwendig, um Aufträge im Wert von weniger als 5.000 Euro zu vergeben. Dies wirke sich auf 20 % aller Aufträge aus, die das Koblenzer Beschaffungsamt der Bundeswehr vergibt. Der Minister erklärte: "Die 100 Milliarden Euro allein werden es nicht richten."

Bundestag und Bundesrat haben als Reaktion auf den russischen Angriffsfeldzug gegen die Ukraine ein 100-Milliarden-Euro-Sonderprogramm zur Ausrüstung einer funktionierenden Bundeswehr beschlossen. Mit den Mitteln sollen in den kommenden Jahren neue Flugzeuge, Hubschrauber, Schiffe, Panzer und Munition gekauft werden.

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