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Rheinmetall wächst stark, Aktie stürzt dennoch ab

Rüstungsboom sorgt für Rekorde, doch das Autogeschäft bleibt das Sorgenkind des Konzerns

Rheinmetall wächst stark, Aktie stürzt dennoch ab

Rheinmetall hat im ersten Halbjahr 2025 erneut deutliche Zuwächse bei Umsatz und Gewinn erzielt, bleibt jedoch hinter den hohen Erwartungen der Analysten zurück. Trotz eines kräftigen Umsatzanstiegs um 24 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro und eines operativen Gewinns von 475 Millionen Euro – ein Plus von 18 Prozent – reagierten Anleger enttäuscht. Die Aktie des Konzerns verlor im frühen Handel zeitweise über sieben Prozent und war Schlusslicht im DAX. Hintergrund ist die starke Kursentwicklung der vergangenen Monate, die laut Händlern bereits viele positive Entwicklungen vorweggenommen hatte.

Besonders profitierte der Düsseldorfer Konzern erneut vom anhaltenden Rüstungsboom. Die Auftragsbücher erreichten mit einem Volumen von 63 Milliarden Euro einen neuen Rekordwert. Im Bereich Munition konnte Rheinmetall den Umsatz auf 1,3 Milliarden Euro steigern – auch das ein historischer Höchststand. Konzernchef Armin Papperger sieht Rheinmetall weiterhin auf dem Weg, ein global führender Rüstungskonzern zu werden. In Niedersachsen plant das Unternehmen die baldige Eröffnung der größten Munitionsfabrik Europas.

Während die militärische Sparte floriert, bleibt das zivile Geschäft für die Automobilindustrie ein Sorgenkind. Die Sparte Power Systems verzeichnete einen Gewinneinbruch um 58 Prozent auf 24 Millionen Euro. Papperger will sich von dem Bereich trennen und strebt bis Ende des Jahres eine Entscheidung über den Verkauf an. Gespräche mit potenziellen Käufern laufen bereits.

Der schwache Beitrag des zivilen Geschäfts sowie Anlaufkosten für den neuen Standort in Weeze wirkten sich auch auf die Marge aus. Die operative Ergebnismarge sank leicht auf 10,0 Prozent und damit unter den Vorjahreswert. Trotz starker Geschäftszahlen insgesamt blieb das zweite Quartal somit unter den Erwartungen des Marktes.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Rheinmetall eine deutliche Belebung des Geschäfts mit der Bundeswehr. Aufgrund der späten Regierungsbildung nach der Bundestagswahl im Februar verzögerten sich Vergaben bislang. Nun rechnet der Konzern im vierten Quartal mit milliardenschweren Aufträgen aus Berlin, die zu einem starken Auftragseingang führen sollen.

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