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Rio Tinto nimmt 1,5-Milliarden-Dollar-Aluminiumhütte in Quebec in Betrieb

Der Bergbauriese startet die Inbetriebnahme seiner emissionsarmen Erweiterung in Kanada – mit 96 neuen Elektrolysezellen bis Jahresende.

Rio Tinto nimmt 1,5-Milliarden-Dollar-Aluminiumhütte in Quebec in Betrieb

Rio Tinto (ASX: RIO, LON: RIO) hat mit der Inbetriebnahme einer 1,5 Milliarden US-Dollar teuren Erweiterung seiner kohlenstoffarmen Aluminiumhütte im kanadischen Quebec begonnen. Das gab das Bergbauunternehmen am Freitag bekannt. Die Fertigstellung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Im Mittelpunkt der Erweiterung steht das Complexe Arvida, wo insgesamt 96 neue Elektrolysezellen in Betrieb gehen sollen. Durch die Kapazitätserweiterung wird die jährliche Produktion von Primäraluminium um rund 160.000 Tonnen steigen. Die Gesamtproduktion des Werks erhöht sich damit auf 220.000 Tonnen pro Jahr – allesamt unter Einsatz der kohlenstoffarmen AP60-Schmelztechnologie.

Emissionen nur ein Sechstel des Branchendurchschnitts

Rio Tinto hebt hervor, dass die Kombination der AP60-Technologie mit der in seinen kanadischen Betrieben genutzten Wasserkraft besonders klimafreundlich ist. Nach Unternehmensangaben verursacht diese Kombination lediglich ein Sechstel der Treibhausgasemissionen pro Tonne Aluminium im Vergleich zum Branchendurchschnitt. Damit positioniert sich Rio Tinto als einer der umweltfreundlichsten Aluminiumproduzenten weltweit.

Die AP60-Erweiterung ist zudem eng mit der Weiterentwicklung der ELYSIS-Technologie verknüpft. ELYSIS ist eine Partnerschaft zwischen Rio Tinto und dem US-amerikanischen Aluminiumkonzern Alcoa (NYSE: AA) und verfolgt das Ziel, eine vollständig kohlenstofffreie Aluminium-Elektrolyse-Technologie zu entwickeln. Diese gilt in der Branche als potenzieller Durchbruch, da die herkömmliche Aluminiumproduktion zu den emissionsintensivsten Industrieprozessen zählt.

Kanadische Regierung investiert 100 Millionen Kanadische Dollar

Parallel zur Inbetriebnahme kündigte die kanadische Industrieministerin Melanie Joly eine staatliche Investition von 100 Millionen Kanadischen Dollar (umgerechnet rund 72,55 Millionen US-Dollar) in das ELYSIS-Technologieprojekt an. Die Ministerin betonte dabei den strategischen Charakter der Maßnahme: „Angesichts steigender Zölle und anhaltender Handelsunsicherheiten ergreift die kanadische Regierung entschlossene Maßnahmen, um kanadische Arbeitnehmer zu schützen, inländische Lieferketten zu stärken und eine stärkere und widerstandsfähigere Wirtschaft aufzubauen."

Die staatliche Förderung unterstreicht die wirtschaftspolitische Bedeutung des Projekts für Kanada. Quebec ist traditionell ein wichtiger Standort für die Aluminiumproduktion, nicht zuletzt wegen der reichlich vorhandenen Wasserkraft, die günstige und emissionsarme Energie für den energieintensiven Schmelzprozess liefert.

Für Investoren ist das Projekt ein Signal, dass Rio Tinto seine Dekarbonisierungsstrategie im Bereich Aluminium konsequent vorantreibt. Die Verbindung aus moderner Schmelztechnologie, erneuerbarer Energie und staatlicher Unterstützung könnte dem Unternehmen langfristig Wettbewerbsvorteile sichern – insbesondere in einem Marktumfeld, in dem die Nachfrage nach grünem Aluminium aus der Automobil- und Verpackungsindustrie stetig wächst.

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