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Rivian R2: Elektro-SUV für 45.000 Dollar soll Tesla angreifen

CEO RJ Scaringe zeigt CNBC das neue Mittelklasse-Modell, das Rivians Zukunft sichern soll.

Rivian R2: Elektro-SUV für 45.000 Dollar soll Tesla angreifen

Der US-Elektroautohersteller Rivian steht vor großen Herausforderungen: Das Ende staatlicher E-Auto-Förderungen, steigende Hybrid-Verkäufe und ein hoher Kapitalverbrauch belasten das Unternehmen. Doch CEO RJ Scaringe setzt große Hoffnungen auf den neuen R2 – einen kompakteren SUV zum Einstiegspreis von 45.000 Dollar.

Der R2 soll Rivian in das lukrative Mittelklasse-Segment bringen. Während der aktuelle R1S bei fast 80.000 Dollar startet, zielt der kleinere Bruder auf eine deutlich breitere Käuferschicht. In einem Interview mit CNBC im Dezember gewährte Scaringe einen ersten Einblick in das neue Modell und nahm den Sender auf eine Probefahrt nahe des Firmensitzes in Palo Alto, Kalifornien, mit.

Optisch erinnert der R2 stark an den größeren R1S – mit den charakteristischen Rivian-Scheinwerfern und der markanten Designsprache. Die Form ist weitgehend identisch, mit einem langen, flachen Dach, das selbst 1,85 Meter großen Personen auf der Rückbank ausreichend Kopffreiheit bietet. Der Hauptunterschied: Der R2 bietet fünf statt sieben Sitzplätze.

Clevere Technik senkt Kosten

Rivians innovative Herangehensweise an Design und Fertigung ermöglicht es, viel Technik in ein günstigeres Paket zu integrieren. Während herkömmliche Autos über 60 Recheneinheiten verfügen, kommt der R2 mit nur sieben aus – die gleiche Anzahl wie die zweite Generation der R1-Modelle. Dabei konnte die Verkabelungslänge im Vergleich zur Vorgängergeneration um beeindruckende 3,2 Kilometer reduziert werden. Solche Designentscheidungen senken die Materialkosten erheblich.

Trotz Kosteneinsparungen hat Rivian nicht überall gespart. Nachdem sich Kunden über das fehlende Handschuhfach in den R1-Modellen beschwert hatten, verfügt der R2 nun über zwei davon – beide mit samtartiger Auskleidung, die 11 Dollar pro Fahrzeug kostet. Eine weitere Besonderheit sind die vollständig versenkbaren Seitenfenster der Rücksitze, was bei einem SUV höchst ungewöhnlich ist und durch die optimierte Platzierung der Hinterräder ermöglicht wurde.

Geländetauglich, aber keine Offroad-Legende

Bei der Probefahrt mit CNBC blieb Scaringe auf der Straße, betonte jedoch, dass der R2 geländetauglich sei. Allerdings sollten Kunden nicht die All-Terrain-Fähigkeiten des 120.000 Dollar teuren R1 Quad mit über 1.000 PS erwarten. Der R2 positioniert sich als praktischer Allrounder für den Alltag.

Analysten sind gespalten

Während die Konsensmeinung für 2026 von etwa 15.000 verkauften R2-Einheiten ausgeht, zeigt sich Chris Pierce von Needham optimistischer. Er hält es für möglich, dass Rivian diese Zahl übertreffen kann – zumal das Unternehmen in der Kundenzufriedenheitsumfrage von Consumer Reports den ersten Platz belegt. Ob Rivian damit den Erfolg von Tesla erreichen oder sogar übertreffen kann, bleibt jedoch abzuwarten.

Der R2 könnte für Rivian zur Schicksalsfrage werden: Gelingt der Sprung in den Massenmarkt, könnte das Unternehmen seine finanzielle Situation deutlich verbessern. Scheitert das Modell, dürfte die Zukunft des Elektroautoherstellers ungewiss bleiben.

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