Rückgang russischer Ölimporte bei Indian Oil erwartet
US-Sanktionen erschweren Beschaffung – Unternehmen setzt auf alternative Lieferquellen

Indian Oil Corp, der größte Raffineriebetreiber Indiens, sieht sich im laufenden Geschäftsjahr, das am 31. März endet, mit einem möglichen Rückgang seiner Importe von russischem Öl konfrontiert. Grund dafür sind die jüngsten US-Sanktionen gegen Moskau, die darauf abzielen, die Einnahmen Russlands aus dem Ölgeschäft zu reduzieren. Dies teilte der Finanzchef des Unternehmens, Anuj Jain, am Dienstag mit.
Indische Raffinerien stehen vor Herausforderungen bei der Beschaffung von russischem Öl, da die neuen US-Sanktionen russische Produzenten, Versicherer und Tanker betreffen. Bereits im laufenden Monat sei die Versorgung mit russischem Öl gering ausgefallen, und auch im März werde mit Engpässen gerechnet, erklärte Jain während einer Analystenkonferenz anlässlich der Quartalsergebnisse des Unternehmens für den Zeitraum bis Dezember.
Russisches Öl machte in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres etwa ein Viertel der gesamten Rohölimporte von Indian Oil aus, während dieser Anteil im Geschäftsjahr 2023/24 noch bei 30 Prozent lag. Indien hatte sich in den vergangenen Jahren zum größten Abnehmer von russischem Seetransportöl entwickelt, nachdem europäische Staaten aufgrund des Ukraine-Kriegs Sanktionen gegen Moskau verhängt und den Handel mit russischem Öl eingestellt hatten.
Um den erwarteten Rückgang der russischen Ölimporte auszugleichen, will Indian Oil auf Lieferungen aus seinen langfristigen Verträgen sowie von anderen Märkten zurückgreifen. Laut Jain gibt es keinen Mangel an Öl auf dem Weltmarkt. Das Unternehmen werde weiterhin russisches Öl kaufen, jedoch nur, wenn es zu angemessenen Preisnachlässen angeboten werde.
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Zur AktienanalyseDie Preisnachlässe für russisches Öl, das in indischen Häfen ankommt, sind ebenfalls gesunken. Im Dezember betrug der Rabatt noch etwa drei US-Dollar pro Barrel, während er aktuell auf rund zwei US-Dollar pro Barrel gefallen ist.


