ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Rüstungsaktien-Check: TKMS, Rheinmetall & Co im Bewertungsvergleich

Der Indien-Besuch von Kanzler Merz katapultierte TKMS um 15 Prozent nach oben. Doch wie teuer sind deutsche Rüstungsaktien wirklich? Ein Bewertungsvergleich zeigt überraschende Unterschiede.

Rüstungsaktien-Check: TKMS, Rheinmetall & Co im Bewertungsvergleich

Der U-Boot-Bauer TKMS legte zu Wochenbeginn einen Kurssprung von über 15 Prozent hin. Auslöser war der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz bei Indiens Premier Narendra Modi. TKMS hofft bis Ende März auf die Unterschrift für einen Milliardenauftrag über sechs U-Boote. Dabei ist die Situation nicht neu – die Vertragsverhandlungen mit der indischen Werft Mazagon Dock Shipbuilders laufen bereits seit Mitte September.

Bewertung auf Rekordniveau

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 43 (basierend auf den für 2026 erwarteten Gewinnen) und einer PEG-Rate von 2,1 bewegt sich TKMS nun auf Augenhöhe mit anderen deutschen Rüstungswerten. Getriebebauer Renk weist ein KGV von 44 und ein PEG von 1,4 auf. Rüstungselektroniker Hensoldt kommt auf ein KGV von 50 bei einem PEG von 1,36.

Relativ günstig erscheint dagegen Rheinmetall mit einem KGV von 40 und einem PEG von 0,85. Zum Vergleich: BMW notiert bei einem KGV von nur 8 und einem PEG von 0,56. Bayer, dessen Aktionäre auf die Entscheidung des US Supreme Court im Glyphosat-Verfahren warten, liegt bei einem KGV von 11 und einem PEG von 0,6.

Umsatzbewertungen im sportlichen Bereich

Auch bei der Umsatzbewertung zeigen sich deutliche Unterschiede. TKMS wird mit dem 2,2-fachen des erwarteten Jahresumsatzes bewertet. Rheinmetall führt die Reihe mit dem 5,4-fachen an. Renk und Hensoldt liegen bei etwa dem Vierfachen des Jahresumsatzes.

Bayer ist dagegen für das 0,85-Fache des Jahresumsatzes zu haben, BMW sogar für rund ein Drittel. Die Frage stellt sich: Sollten Anleger dem Rüstungstrend folgen oder antizyklisch in vermeintlich günstige Qualitätsaktien investieren?

Das Renk-Beispiel: Vom Mauerblümchen zum Highflyer

Die Geschichte von Renk zeigt, wie lange es dauern kann, bis sich Qualität durchsetzt. Über Jahrzehnte war das Unternehmen als MAN-Tochter börsennotiert, ohne dass sich beim Kurs viel bewegte. Das Management hielt sich mit der Rüstungskompetenz bewusst zurück.

2021 übernahm Finanzinvestor Triton Renk zu einem Börsenwert von 700 Millionen Euro. Heute liegt die Marktkapitalisierung bei 6,4 Milliarden Euro – fast das Zehnfache. Seit dem erneuten Börsengang vor knapp zwei Jahren hat die Aktie 340 Prozent zugelegt.

Politische Großwetterlage als Kurstreiber

Auffällig: Deutsche Rüstungswerte laufen weitgehend parallel. Unternehmensnachrichten spielen eine untergeordnete Rolle, die politische Weltlage dominiert. Wenn US-Präsident Donald Trump das Verteidigungsbudget von einer auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen will, dürften zunächst die günstigeren US-Waffenbauer profitieren.

Eine Rückkehr Europas zur Verteidigungspolitik vor 2022 erscheint jedoch ausgeschlossen – unabhängig vom Ausgang der Ukraine-Verhandlungen.

Insiderkäufe als Orientierung

Positiv zu werten sind die Insiderkäufe: Rheinmetall-Chef Armin Papperger kaufte wiederholt unter 1.700 Euro zu. Bei TKMS gab es nennenswerte Managementkäufe über 80 Euro, bei Hensoldt ebenfalls über dieser Marke. Renk-Insider verkauften im Mai bei 60 bis 70 Euro und kauften im November um die 50 Euro zurück.

Insider nutzen offenbar die starken Schwankungen zum Einstieg. Nach Kursgewinnen von 25 bis 40 Prozent seit Ende November sollten Privatanleger auf Rücksetzer warten – und vielleicht auch einen Blick auf ungeliebte Auto-, Öl- und Pharmaaktien werfen.

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