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Sell in May? Warum der Sommer 2026 Kursgewinne bringen könnte

Historisch schwach, aber zuletzt stark: Daten zeigen, warum Anleger den Markt im Sommer 2026 nicht meiden sollten.

Sell in May? Warum der Sommer 2026 Kursgewinne bringen könnte

„Sell in May and go away" – dieses altbekannte Börsensprichwort warnt Anleger seit Jahrzehnten davor, in den Sommermonaten investiert zu bleiben. Doch aktuelle Daten und das politische Umfeld unter US-Präsident Donald Trump sprechen dafür, dass die Strategie in diesem Jahr erneut in die Irre führen könnte.

Laut Daten von Sam Stovall vom Analysehaus CFRA hat der S&P 500 im Zeitraum zwischen dem 30. April und dem 31. Oktober seit 1945 im Durchschnitt lediglich einen Gewinn von 2 % erzielt. Im Vergleich dazu legte der US-Leitindex zwischen dem 31. Oktober und dem 30. April im Schnitt um fast 7 % zu – ein deutlicher Unterschied, der dem Sprichwort seine historische Grundlage verleiht.

Jüngste Daten widersprechen dem Saisonmuster

Wer in den vergangenen zehn Jahren auf „Sell in May" gesetzt hat, verpasste jedoch erhebliche Kursgewinne. Der Handelsdesk von JPMorgan weist darauf hin, dass der S&P 500 in diesem Zeitraum im Mai eine durchschnittliche Rendite von 1,5 % und im Juni sogar ein Plus von 1,9 % erzielt hat. Besonders stark fiel der Juli mit durchschnittlich 3,4 % aus. Auch August und Oktober verzeichneten mit 0,9 % bzw. 0,7 % positive Renditen. Lediglich der September zeigte mit einem durchschnittlichen Minus von 0,5 % eine schwache Tendenz.

Diese Zahlen zeigen: Das klassische Saisonmuster hat in der jüngeren Vergangenheit deutlich an Aussagekraft verloren. Anleger, die dem Markt in den Sommermonaten fernblieben, ließen erhebliche Gewinne liegen.

Trump-Präsidentschaft als Sonderfaktor

Ein weiterer Aspekt spricht in diesem Jahr für eine positive Sommerentwicklung: das spezifische Muster der Trump-Amtszeiten. Jeff Hirsch, Herausgeber des renommierten Stock Trader's Almanac, schrieb in einer E-Mail: „In den Jahren der Trump-Präsidentschaft tendierte der S&P 500 dazu, Ende März bis Anfang April einen Boden im Frühjahr auszubilden, bevor er bis zum Jahresende deutliche Zuwächse verzeichnete."

Hirsch verwies darauf, dass der tiefste Schlusskurs des S&P 500 im laufenden Jahr am 30. März lag. Seitdem hat sich der Index erholt und notiert wieder auf Rekordniveaus von über 7.100 Punkten. „Bisher folgt das Jahr 2026 eng dem saisonalen Muster der Trump-Präsidentschaft", so Hirsch.

Geopolitik als zusätzlicher Kurstreiber

Neben dem saisonalen Muster richtet sich der Blick vieler Anleger auf die geopolitische Lage. Viele positionieren sich bereits für eine investierte Haltung zwischen Mai und Oktober, da sie auf eine mögliche Beilegung des US-Iran-Konflikts warten, die den Aktienmärkten weiteren Auftrieb verleihen würde. Der zweiwöchige Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hat bislang gehalten. Obwohl die Friedensgespräche am Wochenende ohne Einigung endeten, ist für die laufende Woche eine neue Runde persönlicher Verhandlungen geplant.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt der Markt am Donnerstag durch starke Quartalsberichte von Alphabet und Amazon, die den S&P 500 erneut nach oben trieben. Für Anleger, die dem alten Sprichwort folgen wollten, hätte ein Ausstieg im Mai also erneut den falschen Zeitpunkt bedeutet.

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