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Shin-Etsu baut neue Seltene-Erden-Raffinerie mit staatlicher Förderung

Japan stärkt seine Versorgungssicherheit bei kritischen Mineralien – mit 17,5 Milliarden Yen Staatssubvention für Shin-Etsu Chemical.

Shin-Etsu baut neue Seltene-Erden-Raffinerie mit staatlicher Förderung

Der japanische Chemiekonzern Shin-Etsu Chemical plant den Bau einer neuen Raffinerie für Seltene Erden in der Präfektur Fukui im Westen Japans. Das Vorhaben zielt darauf ab, die Lieferketten des Unternehmens angesichts verschärfter chinesischer Exportkontrollen zu stärken. Die neue Anlage wird die erste Raffinerie für Seltene Erden von Shin-Etsu seit dem Jahr 2008 sein.

Hintergrund des Projekts sind anhaltende Exportbeschränkungen Chinas für mehrere schwere Seltenerden und andere Materialien nach Japan. Diese Einschränkungen bestehen seit mindestens vier Monaten und fallen zeitlich mit einem diplomatischen Streit zwischen beiden Ländern über Taiwan zusammen. Beobachter sehen darin ein klares Signal, dass Peking seine Kontrolle über kritische Mineralien als geopolitisches Druckmittel einsetzt.

Investition von mindestens 35 Milliarden Yen geplant

Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei berichtete als erstes Medium über das Vorhaben und bezifferte die Gesamtinvestition auf voraussichtlich mindestens 35 Milliarden Yen – umgerechnet rund 218 Millionen US-Dollar. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Donnerstag, dass die endgültige Investitionssumme noch nicht feststehe. Gesichert ist hingegen eine staatliche Subvention in Höhe von 17,5 Milliarden Yen, die das Projekt erhalten wird.

Shin-Etsu Chemical betreibt bereits zwei Raffinerien für Seltene Erden in Japan. Ziel der neuen Anlage sei es, die Lieferketten weiter zu verstärken und die Rohstoffversorgung für das Geschäft mit Seltenerdmagneten langfristig zu sichern, erklärte der Sprecher. Seltenerdmagnete sind unverzichtbare Komponenten in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen und zahlreichen Hightech-Anwendungen.

Japan diversifiziert Lieferketten für kritische Mineralien

Japan und westliche Regierungen intensivieren ihre Bemühungen, die Abhängigkeit von China als weltgrößtem Produzenten Seltener Erden zu reduzieren. China kontrolliert einen Großteil der globalen Förderung und Verarbeitung dieser strategisch bedeutsamen Rohstoffe, was westlichen Industrienationen erhebliche Versorgungsrisiken beschert.

Im Mai unterzeichnete Japan ein Abkommen mit Australien zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich Energie und kritische Mineralien. Darüber hinaus berichtete der japanische öffentlich-rechtliche Sender NHK im April, dass Tokio und Paris eine engere Kooperation bei den Lieferketten für Seltene Erden vereinbart haben. Diese diplomatischen Schritte unterstreichen die wachsende Dringlichkeit, mit der Japan seine Rohstoffversorgung auf eine breitere Basis stellen will.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung von besonderer Relevanz: Auch die europäische Industrie – insbesondere Automobilhersteller und Windenergieproduzenten – ist stark auf Seltene Erden aus China angewiesen. Die japanischen Maßnahmen könnten als Blaupause für eine breitere westliche Strategie zur Versorgungssicherheit bei kritischen Rohstoffen dienen.

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