Staatsschulden erreichen im ersten Quartal Rekordhöhe
Schuldenstand zum 31. März 2023 beträgt rund 2406,6 Milliarden Euro

Der Schuldenstand des deutschen Staates hat im ersten Quartal einen historischen Höchststand erreicht. Die Staatsschulden stiegen um 1,6 Prozent auf über 2406 Milliarden Euro an. Insbesondere der Kampf gegen die Energiekrise hat dabei zu diesem Anstieg beigetragen.
Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Schulden im öffentlichen Gesamthaushalt in Deutschland am Ende des ersten Quartals auf den höchsten Wert gestiegen. Die Hauptursache für die gestiegene Verschuldung sind vor allem die erhöhten Ausgaben im Zusammenhang mit der Energiekrise.
Der vorläufige Schuldenstand von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden und der Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte betrug am 31. März 2023 rund 2406,6 Milliarden Euro. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahresende 2022 einen Anstieg um 1,6 Prozent bzw. rund 38,9 Milliarden Euro.
Allein die Schulden des Bundes stiegen im ersten Quartal um 2,4 Prozent auf etwa 1659,6 Milliarden Euro an. Dieser Anstieg ist vor allem auf den "erhöhten Finanzierungsbedarf infolge der aktuellen Energiekrise im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine" zurückzuführen, so das Statistische Bundesamt.
Etwa 200 Milliarden Euro wurden für Maßnahmen wie die sogenannte Gaspreisbremse und finanzielle Unterstützung für Energieversorger bereitgestellt. Der Anstieg der Schulden geht größtenteils auf Extrahaushalte, wie beispielsweise den Wirtschaftsstabilisierungsfonds Energie, zurück. Die Schulden in Verbindung mit diesem Sondervermögen stiegen im ersten Quartal um 73,3 Prozent auf insgesamt 52,4 Milliarden Euro an.
Auch der Wirtschaftsstabilisierungsfonds Corona verzeichnete einen Anstieg der Verschuldung um 1,2 Prozent auf 53,0 Milliarden Euro. Zum ersten Mal wurden auch im Extrahaushalt der Bundeswehr Verbindlichkeiten von 802 Millionen Euro ausgewiesen.
Betrachtet man die Bundesländer, so zeigt sich insgesamt ein leichter Rückgang der Verschuldung um 0,5 Prozent auf insgesamt 604,1 Milliarden Euro. Bayern verzeichnete dabei den größten Rückgang von 16,8 Prozent auf etwa 32,45 Milliarden Euro. Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg verzeichneten ebenfalls Rückgänge um 8,2 Prozent bzw. 5,0 Prozent.
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Zur AktienanalyseIm Gegensatz dazu stiegen die Schulden in Sachsen im ersten Quartal um 8,6 Prozent auf insgesamt rund 8,6 Milliarden Euro an. Den zweithöchsten Anstieg bei der Verschuldung verzeichnete Brandenburg mit einem Plus von 7,2 Prozent auf 21,3 Milliarden Euro. Nordrhein-Westfalen verzeichnete einen Anstieg um 2,7 Prozent auf etwa 236,18 Milliarden Euro.
Im Bereich der Gemeinden und Gemeindeverbände hingegen stieg die Verschuldung um 1,9 Prozent auf 142,8 Milliarden Euro an. Die Sozialversicherung verzeichnete Verbindlichkeiten von 36,1 Millionen Euro, ein Rückgang um 0,8 Prozent.


