Sunrise kehrt stark an die Börse zurück
Hohe Dividendenrendite und ambitionierte Wachstumsziele trotz erheblicher Schuldenlast

Der Schweizer Telekomkonzern Sunrise hat mit seinem erneuten Börsengang ein starkes Comeback hingelegt. Der erste Handelstag der Aktie begann mit einem Kurs von 44,75 Schweizer Franken und einem daraus resultierenden Börsenwert von etwa 3,2 Milliarden Franken, was rund 3,4 Milliarden Euro entspricht. Im Laufe des Tages stieg der Kurs der Sunrise-Aktie um bis zu drei Prozent und überschritt zeitweise die Marke von 46 Franken.
Das Unternehmen, das nach der staatlich kontrollierten Swisscom der zweitgrößte Telekomkonzern der Schweiz ist, vollzog mit dem Börsengang die Abspaltung von der US-Muttergesellschaft Liberty Global. Liberty Global hatte Sunrise im Jahr 2021 übernommen und daraufhin von der Börse genommen. Im Zuge dieser Übernahme integrierte Sunrise den Schweizer Internet- und Kabelanbieter UPC in das eigene Geschäft. Nun erhielten die Aktionäre von Liberty Global Anteile an Sunrise, ohne dass neues Kapital aufgenommen wurde.
Sunrise-Chef André Krause äußerte sich optimistisch über die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens. Krause betonte, dass Sunrise heute größer und stärker sei als jemals zuvor und sich als attraktiver Dividendentitel positionieren wolle. Zwei Drittel des für das laufende Jahr erwarteten freien Cashflows von 360 bis 370 Millionen Franken sollen als Dividende ausgeschüttet werden, was beim Startkurs einer Rendite von 7,5 Prozent entspricht. Diese Dividendenrendite zählt zu den höchsten im Schweizer Aktienmarkt, wo Dividendenrenditen im Leitindex SPI durchschnittlich zwischen zwei und drei Prozent liegen. Krause erklärte, dass eine progressive Dividendenpolitik angestrebt werde, bei der die Ausschüttungen jährlich steigen sollen.
Sunrise bleibt ausschließlich auf den Schweizer Markt fokussiert, wo das Unternehmen rund drei Millionen Kunden bedient. Diese erzielten zuletzt einen jährlichen Umsatz von drei Milliarden Franken. Der stabile Cashflow aus dem Heimatmarkt macht die Aktie insbesondere für Investoren attraktiv.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseTrotz des positiven Starts an der Börse ist Sunrise mit erheblichen Schulden belastet, die auf die Übernahme durch Liberty Global zurückgehen. Bis Jahresende wird die Verschuldung das 4,5-Fache des operativen Ergebnisses (Ebitda) betragen. Finanzvorstand Jany Fruytier sieht darin jedoch keine Gefahr für die Dividendenstrategie, da die Zinsbelastung auf fünf Jahre gesichert sei. Langfristig plant das Unternehmen, die Verschuldung auf das 3,5- bis 4,5-Fache des operativen Ergebnisses zu reduzieren. Die vergleichsweise hohe Verschuldung könnte dennoch kritisch von Investoren betrachtet werden, da viele Schweizer Unternehmen niedrigere Verschuldungsquoten anstreben.


