ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Treibstoffmangel auf der Krim nach ukrainischen Drohnenangriffen

Tankstellen auf der besetzten Halbinsel melden leere Zapfsäulen, während die Ukraine Versorgungsrouten gezielt unter Beschuss nimmt.

Treibstoffmangel auf der Krim nach ukrainischen Drohnenangriffen

Auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim ist am Donnerstag an den meisten Tankstellen kein Benzin mehr verfügbar. Reuters-Augenzeugen berichteten aus Sewastopol, der größten Stadt der Halbinsel, dass die Lieferungen kaum ausreichten, um das in den letzten Wochen eingeführte Rationierungssystem aufrechtzuerhalten. Im Ferienort Jewpatorija bildeten sich lange Schlangen vor der einzigen noch betriebenen Tankstelle.

Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe auf die Versorgungsleitungen zur Halbinsel deutlich intensiviert. Die Krim war 2014 von Russland annektiert worden. Seitdem ist die Halbinsel auf Nachschub aus dem russischen Festland angewiesen. Die örtlichen Behörden haben bereits Rationierungsmaßnahmen für Treibstoff eingeführt, und auch einige Lebensmittel werden zunehmend knapp.

Versorgungsrouten unter Beschuss

Der von Russland unterstützte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, erklärte am Mittwoch, dass sich die Pläne zur Verteilung des rationierten Benzins verzögert hätten. Der Grund: Lastwagen konnten aufgrund der jüngsten ukrainischen Angriffe auf die Versorgungsrouten keinen Treibstoff in die Stadt bringen. Treibstoff wird hauptsächlich auf der Straße und per Schiene über die nördlich gelegenen, von Russland besetzten Gebiete transportiert, die Moskau 2022 überrannt hatte.

Ein alternativer Versorgungsweg über Lastkähne zu einem Ölterminal in der Stadt Feodossija fiel bereits im April aus. Die Ukraine hatte das Terminal damals angegriffen, woraufhin die Lieferungen eingestellt wurden. Damit sind die Landrouten über den Norden nun die einzige verbliebene Versorgungsachse für die Halbinsel.

Der ukrainische Kommandeur Dmytro Filatow bestätigte gegenüber ukrainischen Medien, dass die Kiewer Streitkräfte die Tschonhar-Brücke angegriffen hätten – eine wichtige Verbindung zwischen der Krim und der Region Cherson. Die Schäden seien „kritisch" und hätten zu einem vollständigen Verkehrsstillstand geführt. Darüber hinaus seien Lastwagen mit Treibstoff und Munition in der Stadt Armjansk zerstört worden, die an der schmalen Landenge liegt, welche die einzige Landverbindung zwischen der Krim und dem russischen Festland bildet.

Drohnenangriffe auch in Südrussland

In der Nacht griffen ukrainische Streitkräfte nach Behördenangaben auch Ziele in Südrussland an. Dabei brach in der Afipski-Ölraffinerie ein Brand aus, der inzwischen gelöscht wurde. Der Gouverneur der benachbarten Republik Adygeja meldete ebenfalls Schäden an der zivilen Infrastruktur in der gesamten Region.

In Sewastopol selbst verursachten ukrainische Drohnen über Nacht laut dem von Moskau eingesetzten Gouverneur leichte Schäden. 33 Drohnen seien abgeschossen worden. Der von Russland unterstützte Gouverneur des kontrollierten Teils der Region Cherson berichtete zudem von Angriffen auf Brücken in seiner Region.

Treibstoffknappheit weitet sich aus

Die Versorgungsprobleme beschränken sich nicht allein auf die Krim. Laut von Reuters zusammengestellten Daten aus Medien und sozialen Netzwerken wurde in etwa einem Dutzend russischer Regionen über Treibstoffknappheit berichtet. Offiziell bestätigt haben die Engpässe neben der Krim jedoch nur zwei Regionen in Sibirien. Die meisten anderen Regionen erklärten, die Lage sei unter Kontrolle, und führten einige Störungen auf Hamsterkäufe zurück.

Moskau bestritt jegliche Probleme bei der Treibstoffversorgung. Das staatliche Kreditinstitut Sberbank warnte jedoch, dass die steigenden Treibstoffpreise ein zusätzliches Inflationsrisiko für die russische Wirtschaft darstellten. Die anhaltenden ukrainischen Angriffe auf Energieinfrastruktur und Versorgungsrouten dürften den Druck auf die russische Wirtschaft weiter erhöhen.

Krim TreibstoffmangelUkraine DrohnenangriffeKrim VersorgungSewastopol BenzinTschonhar-BrückeRussland TreibstoffUkraine Krieg Infrastruktur

Disclaimer