Trump-Kehrtwende: Märkte atmen auf nach Grönland-Entwarnung
US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen bezüglich Grönland zurückgenommen und einen Gewaltverzicht erklärt. Die Finanzmärkte reagierten mit deutlichen Kursgewinnen, während Gold von seinem Rekordhoch zurückfiel.

Die globalen Finanzmärkte zeigten sich am Donnerstag erleichtert, nachdem US-Präsident Donald Trump seine aggressive Rhetorik gegenüber dem NATO-Partner Dänemark deutlich abgemildert hatte. Der S&P 500 verzeichnete mit einem Plus von 1,16 Prozent den stärksten Tagesgewinn seit zwei Monaten.
Klare Absage an militärische Gewalt
"Das werde ich nicht tun", erklärte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos auf die Frage nach einer gewaltsamen Übernahme Grönlands. Der Präsident betonte ausdrücklich: "Ich muss keine Gewalt anwenden, ich will keine Gewalt anwenden, ich werde keine Gewalt anwenden." Zusätzlich versicherte er auf seiner Plattform Truth Social, dass die USA keine Zölle gegen NATO-Partner erheben werden.
Die Kehrtwende erfolgte nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Trump sprach von einem möglichen Rahmenabkommen, das amerikanische Interessen an einem Raketenabwehrsystem und Zugang zu kritischen Mineralien in Grönland berücksichtigen könnte. Konkrete Details blieben allerdings aus.
Massive Marktbewegungen
Der US-Dollar legte gegenüber dem Euro zu und drückte die Gemeinschaftswährung wieder unter die Marke von 1,17 Dollar auf 1,1686 Dollar. Besonders dramatisch fiel die Reaktion am Goldmarkt aus: Das Edelmetall verlor rund 100 Dollar pro Unze und fiel auf 2,790 Dollar, nachdem es zuvor ein Rekordhoch von 2,887 Dollar erreicht hatte.
Europäische Aktienmärkte zeigten starke Erholungstendenzen. Die Futures für europäische Indizes stiegen um 1,2 Prozent, die FTSE-Futures legten um 0,75 Prozent zu. In Asien kletterte der MSCI-Index für den asiatisch-pazifischen Raum um etwa ein Prozent. Der südkoreanische KOSPI durchbrach erstmals die Marke von 2,500 Punkten, getrieben von Gewinnen bei Halbleiterherstellern.
Anleger bleiben vorsichtig
"Der TACO ist sicherlich real", kommentierte Damian Rooney von Argonaut Securities und spielte damit auf das Wall-Street-Akronym "Trump Always Chickens Out" an. Trotz der Erleichterung warnten Marktteilnehmer vor übermäßigem Optimismus. "Bei Gold sollte man niemals das Kind mit dem Bade ausschütten, denn Trump kann es nicht lassen, verrückte Dinge zu tun oder zu sagen", so Rooney weiter.
Der VIX-Index, das sogenannte Angstbarometer der Wall Street, fiel deutlich auf seine Ausgangswerte zurück. US-Staatsanleihen verzeichneten nach einer Verkaufswelle in den vergangenen Tagen wieder erhöhte Nachfrage. Die Renditen zehnjähriger Benchmark-Anleihen fielen in New York um vier Basispunkte.
Währungsmärkte im Fokus
Der japanische Yen notierte stabil bei 158,24 pro Dollar, stand aber bei den Kreuzwährungen weiter unter Druck. Der Euro handelte nahe einem Rekordhoch gegenüber dem Yen, während der australische Dollar mit 107,96 Yen ein neues Jahreshoch markierte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDie Bank of Japan begann zeitgleich ihre zweitägige Sitzung. Analysten erwarten, dass der Leitzins unverändert bleibt, rechnen jedoch mit einer restriktiveren Tonlage, die auf künftige Zinserhöhungen hindeutet.
Unsicherheit bleibt bestehen
Chris Weston von Pepperstone analysierte: "Der Markt hat das Extremrisiko einer Konfrontation der USA mit ihren NATO-Partnern weitgehend eliminiert." Allerdings hätten viele Investoren ihre Safe-Haven-Positionen noch nicht vollständig aufgelöst, da die Unvorhersehbarkeit von Trumps Politik weiterhin für Vorsicht sorge.
NATO-Generalsekretär Rutte erklärte später gegenüber Fox News, die Frage ob Grönland bei Dänemark bleibe, sei in seinem Gespräch mit Trump nicht zur Sprache gekommen. Dies sei wenig überraschend, da er weder für Dänemark noch für Grönland zuständig sei.


