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Trump strebt schwächeren Dollar an – Fed-Intervention könnte folgen

US-Präsident signalisiert Kurswechsel in der Währungspolitik. Finanzministerium sondiert bereits Devisenmärkte.

Trump strebt schwächeren Dollar an – Fed-Intervention könnte folgen

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag öffentlich seine Präferenz für einen schwächeren Dollar bekundet. Anders als bei früheren verbalen Interventionen deuten diesmal konkrete Vorbereitungen darauf hin, dass den Worten auch Taten folgen werden. Die Federal Reserve hat bereits im Auftrag des Finanzministeriums den Wert des japanischen Yen abgefragt – ein klassisches Vorspiel für koordinierte Devisenmarktinterventionen.

Finanzminister Scott Bessent dementierte zwar am Mittwoch eine bereits erfolgte Intervention. Allerdings hatte er zuvor bereits Währungsfragen mit seinen Amtskollegen in Japan und Südkorea erörtert. Trump selbst kritisierte, dass China und Japan "immer abwerten wollten" – eine Aussage, die seine Absicht unterstreicht, den Dollar gezielt zu schwächen.

Historisches Vorbild: Plaza-Abkommen

Die geplante Dollar-Schwächung erinnert an das Plaza-Abkommen von 1985, bei dem die USA gemeinsam mit anderen Industrienationen den Dollar gezielt absenkten. Dem folgte 1987 das Louvre-Abkommen, um den Verfall zu stoppen. Seither verfolgte Washington eine Politik der "benign neglect" – wohlwollende Vernachlässigung mit rhetorischer Unterstützung für einen starken Dollar ohne konkrete Maßnahmen.

Experten gehen davon aus, dass Trump einen neuen Fed-Vorsitzenden ernennen wird, der die Zinsen senkt, um Wachstum und Aktienmärkte anzukurbeln. Inflationsrisiken durch Zölle, einen schwachen Dollar oder niedrige Arbeitslosigkeit sollen dabei keine Rolle spielen. Eine nachhaltige Währungsabwertung gelingt typischerweise nur, wenn sie durch geldpolitische Maßnahmen flankiert wird.

Konsequenzen für globale Märkte

Der aktuelle Dollar-Rückgang ist keine gewöhnliche Marktschwankung, sondern Ausdruck einer strategischen Neuausrichtung. Die USA räumen der inländischen Rolle des Dollars Vorrang vor seiner globalen Reservefunktion ein. Dies bedeutet zwar nicht das Ende des Dollar-Reservestatus, erschüttert aber grundlegende Annahmen über die Weltwirtschaft.

Für deutsche Anleger und Exporteure birgt diese Entwicklung sowohl Chancen als auch Risiken. Ein schwächerer Dollar macht US-Importe günstiger, verteuert aber gleichzeitig deutsche Exporte in die USA. Währungsabsicherungen könnten für international tätige Unternehmen wichtiger werden.

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