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UBS: Riksbank hält Leitzins bei 1,75% trotz schwachem Wachstum

Die UBS erwartet keine Zinsänderung der schwedischen Riksbank bei ihrer Juni-Sitzung – schwaches Wachstum und niedrige Inflation sprechen dagegen.

UBS: Riksbank hält Leitzins bei 1,75% trotz schwachem Wachstum

Die Schweizer Großbank UBS prognostiziert, dass die schwedische Riksbank ihren Leitzins bei der Sitzung am 16. und 17. Juni unverändert bei 1,75% belassen wird. Diese Einschätzung deckt sich mit den Markterwartungen, die praktisch keine Zinsänderung einpreisen. Ausschlaggebend sind die anhaltend schwache Konjunktur und eine Inflation, die deutlich unter dem Zentralbankziel liegt.

Bereits auf ihrer Mai-Sitzung hatte die Riksbank eine moderate Tendenz zur geldpolitischen Straffung signalisiert. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die niedrige schwedische Inflation ihr die Möglichkeit gibt, auf mehr Klarheit über die wirtschaftlichen Folgen des Energieschocks zu warten. Diese abwartende Haltung dürfte sich im Juni fortsetzen.

Inflation und Konjunktur unter Druck

Die schwedische Inflation lag im Mai bei 1,5% – eine leichte Überraschung nach oben, die jedoch den deutlichen Rückgang vom April nicht wettmachen konnte. Der Wert liegt damit weiterhin klar unter dem Ziel der Riksbank. Gleichzeitig schrumpfte die schwedische Wirtschaft im ersten Quartal um 0,2% gegenüber dem Vorquartal, und auch die Wachstumsdynamik zu Beginn des zweiten Quartals erscheint laut UBS schwach.

Die Arbeitslosenquote in Schweden beläuft sich aktuell auf 8,5% und entspricht damit exakt der Prognose der Riksbank. Beim Wechselkurs zeigt sich hingegen eine leichte Abweichung: Die schwedische Krone ist rund 1% schwächer als von der Zentralbank erwartet worden war. Dieser Faktor könnte die Importpreise leicht erhöhen, ändert aber nach Einschätzung der UBS nichts am geldpolitischen Kurs.

Straße von Hormus als zusätzlicher Unsicherheitsfaktor

Die UBS verweist zudem auf die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus als weiteren Grund, warum die Riksbank bei ihrer Juni-Sitzung keinen Kurswechsel vollziehen dürfte. Die geopolitischen Unsicherheiten und die jüngsten Wirtschaftsdaten sprechen gemeinsam für eine Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus.

Dennoch erwartet die UBS, dass die Riksbank ihren Leitzinspfad nach oben korrigieren und ihre grundsätzliche Bereitschaft betonen wird, die Zinsen bei Bedarf anzuheben. Explizite Signale für konkrete Zinserhöhungen in diesem Jahr werden jedoch nicht erwartet. Interessant ist dabei der Kontrast zu den Markterwartungen: Die Märkte preisen bis zum Jahresende Zinsschritte von insgesamt 41 Basispunkten ein – eine Erwartungshaltung, die die Riksbank mit ihrer Kommunikation weder bestätigen noch explizit zurückweisen dürfte.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Schweden ein interessantes Beispiel dafür, wie eine kleine offene Volkswirtschaft mit den Folgen externer Schocks und einer hartnäckig niedrigen Inflation umgeht. Die Riksbank steht vor einem ähnlichen Dilemma wie andere europäische Zentralbanken: Einerseits besteht der Wunsch, die Geldpolitik zu normalisieren, andererseits lassen schwaches Wachstum und gedämpfte Preisdynamik wenig Spielraum für Zinserhöhungen.

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