ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

UniCredit zieht Klage gegen EZB wegen Russland zurück

Die italienische Großbank beendet ihren Rechtsstreit mit der Europäischen Zentralbank und reduziert ihre Russland-Aktivitäten schrittweise.

UniCredit zieht Klage gegen EZB wegen Russland zurück

UniCredit hat ihre Berufung gegen eine EZB-Anordnung zum Abbau des Russland-Geschäfts zurückgezogen. Am 30. Januar reichte die Bank beim Gericht der Europäischen Union eine entsprechende Rücknahmeerklärung ein. Damit endet vorerst ein zentrales Kapitel im Konflikt zwischen der Mailänder Großbank und der europäischen Bankenaufsicht.

Die EZB hatte UniCredit bereits im April 2023 formell vor den Risiken ihres Russland-Engagements gewarnt. Ein Jahr später forderte die Aufsichtsbehörde den gezielten Abbau der Aktivitäten im sanktionsbelasteten Land. UniCredit versuchte zunächst, diese Anordnung auszusetzen – das EU-Gericht lehnte diesen Antrag im November 2024 jedoch ab.

Kreditvolumen halbiert, Gewinne dennoch gestiegen

Seitdem zeigt die Bank messbare Fortschritte beim Rückzug. Das Kreditvolumen der russischen Tochtergesellschaft wurde im vergangenen Jahr auf 600 Millionen Euro halbiert. Trotzdem stieg der Nettogewinn der russischen Einheit von 577 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 814 Millionen Euro – ein bemerkenswerter Anstieg trotz schrumpfender Bilanz.

In ihrem Geschäftsbericht für 2025 erklärte UniCredit, der fortlaufende Dialog mit der EZB habe die Bank dazu veranlasst, ihre russischen Aktivitäten weiter zu reduzieren. CEO Andrea Orcel hatte lange darauf bestanden, Russland nicht mit Verlust zu verlassen. Auch die italienische Regierung übte zuletzt Druck auf das Institut aus.

Zum Zeitpunkt des russischen Einmarschs in die Ukraine im Februar 2022 betrieb UniCredit eine der 15 größten Banken Russlands. Das Engagement macht die Bank zu einem der exponiertesten westlichen Geldinstitute in dem Land.

Rechtsstreit um Garantiezahlungen dauert an

Parallel läuft ein weiterer juristischer Konflikt: Ein russisches Energieunternehmen hatte 2023 die lokale UniCredit-Einheit vor einem Gericht in St. Petersburg auf Garantiezahlungen in Höhe von insgesamt 444 Millionen Euro (rund 525 Millionen US-Dollar) verklagt. Hintergrund ist, dass UniCredit im Auftrag eines deutschen Kunden Teile eines Garantiepakets zugunsten des russischen Unternehmens ausgestellt hatte, die Zahlungsaufforderungen jedoch wegen geltender Sanktionen nicht erfüllte.

Die AO UniCredit Bank unterlag in diesem Verfahren im Juni 2024 erstinstanzlich. Weitere Berufungen der Gruppe sowie der russischen Tochter wurden im Februar und August 2025 abgewiesen. Im Januar 2026 lehnte auch der Oberste Gerichtshof eine Berufung ab. UniCredit hat daraufhin umgehend Beschwerde bei der für Wirtschaftsstreitigkeiten zuständigen Abteilung des Obersten Gerichtshofs eingereicht.

UnicreditEZBRusslandBankenaufsichtSanktionen

Disclaimer